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Lebensmittelpreise

Preisdumping: McDonalds-Chef wehrt sich gegen höhere Preise

McDonalds
am Montag, 10.02.2020 - 09:22 (9 Kommentare)

Höhere Lebensmittelpreise stoßen bei McDonalds, Sozialverbänden und SPD auf Kritik. So argumentieren sie.

Beeck-Holger-Chef-McDonalds-Deutschland

In der Debatte um Lebensmittelpreise in Deutschland hat Holger Beeck, Chef von McDonald’s-Deutschland, vor voreiligen Forderungen nach Preiserhöhungen gewarnt. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte er: „Nicht jeder kann eine Preiserhöhung für Essen mal eben schnell abfedern.“

Die Debatte werde in Teilen an den Problemen der Menschen vorbei geführt. Mit Blick auf die knapp 1.500 Restaurants seiner Kette in Deutschland sagte Beeck: „Wir merken beispielsweise bei Besuchshäufigkeit und Umsatz sehr deutlich, ob wir noch am Anfang des Monats stehen oder schon am Ende, wo das Gehalt bei vielen ziemlich aufgebraucht ist.“

Politik ist widersprüchlich

Wenn sein Unternehmen Produkte verteure, habe das unmittelbare Auswirkungen, heißt es bei animal health online. Beeck verwies auf eine Preiserhöhung bei Cheeseburgern um 19 Cent im Jahr 2012. Die zwei darauffolgenden Geschäftsjahre seien „die schwersten Jahre in meinem Berufsleben“ gewesen, so Beeck. „Wegen 19 Cent.“

Er kritisierte die aktuelle Debatte: Einerseits heiße es aus der Politik, die Lebensmittelpreise müssten steigen. Andererseits heiße es aber auch, „immer mehr Menschen fühlen sich abgehängt, weil sie nicht genug verdienen oder Angst vor Altersarmut haben“. Nun etwa die Hähnchenpreise erhöhen zu wollen, greife zu kurz, so Beeck.

Sozialverbände: Fleischsteuer belastet Einkommensschwächste

Sozialverbände warnen laut Bayerischem Rundfunk vor einem Steueraufschlag bei Fleisch, Milch und Eiern. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands Schneider sagte gegenüber dem Tagesspiegel, eine Verbrauchssteuer auf Lebensmittel belaste die Einkommensschwächsten am stärksten.

Durch eine höhere Steuer könne die Profit getriebene Preispolitik großer Konzerne nicht eingedämmt werden.

Auch aus der SPD kommen Gegenstimmen. Bundestagsfraktionsvize Miersch sagte, höhere Lebensmittelpreise würden nicht zwangsläufig mehr Qualität bringen. Viel Geld gehe an die großen Schlachthöfe und Lebensmittelkonzerne – nicht an die Landwirte.

Die Borchert-Kommission hatte einen Steueraufschlag für mehr Tierwohl ins Spiel gebracht. Mit den Mehreinnahmen könnten Ställe umgebaut werden, argumentierten die Berater.

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