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Lebensmittelpreise

Preisdumping: Real hält DMK-Preiserhöhungen für überzogen

am Freitag, 07.02.2020 - 08:51 (1 Kommentar)

Die Supermarktkette Real fühlt sich von der Preiserhöhung von DMK Group-Marken benachteiligt. Die Molkerei sieht das anders.

real-Auslistung dmk

Wer in den Supermärkten von Real, Famila oder K+K zurzeit nach Milchprodukten von Milram sucht, muss sich auf eine Enttäuschung gefasst machen. Der Milram-Hersteller, die DMK Group (DMK), hat die Belieferung aller Mitglieder des Einkaufsbündnisses Retail Trade Group (RTG) eingestellt, wie sie am Donnerstag mitteilte.

Hintergrund ist ein Streit über die künftigen Lieferpreise. DMK gehe es darum, über angemessene Produktpreise dafür Sorge zu tragen, dass die Landwirte nachhaltig wirtschaften können, betonte ein DMK-Sprecher. Real hält die Preisforderungen der Molkerei für überzogen.

Auch wenn DMK-Konsumenten dadurch „Umwege“ beim Einkaufen entstünden, glaubt die Molkerei, dass ihre MILRAM-Kunden auch Landwirte unterstützen wollen. Sie finden laut Molkerei das DMK-Sortiment selbstverständlich bei allen anderen Supermarktketten, die nicht zum Einkaufsbündnis Retail Trade Group gehören.

Die Molkerei sei mit der RTG-Gruppe in Gesprächen, um ihr Sortiment bald auch wieder in Märkten der RTG anbieten zu können. „In der laufenden Debatte über faire Preise wird auch der RTG-Gruppe bewußt sein, wie sich die von uns geforderten Preiserhöhungen begründen. Als Genossenschaft geht der Erlös ungefiltert direkt auf die Höfe“, teilt die DMK Group gegenüber agrarheute mit.

Real fürchtet Nachteile im Wettbewerb

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Ein Real-Sprecher widersprach dieser Darstellung allerdings entschieden. Den Vorwurf, Real betreibe Preisdumping zu Lasten der Landwirte weisen wir entschieden zurück, sagte er. Die Preiserhöhungen des DMK seien nicht gerechtfertigt. Durch diesen Schritt würden Real und die übrigen Mitglieder des RTG-Verbunds bei den Preiskonditionen im Vergleich zu den Handelsriesen Edeka, Rewe, Aldi und Lidl weiter benachteiligt, ist man bei der Supermarktkette überzeugt.

Real kündigte an, angesichts des Lieferstopps Produkte anderer Genossenschaften neu in das Sortiment aufnehmen zu wollen. 

Zum Einkaufsbündnis Retail Trade Group (RTG) gehören unter anderem die Unternehmen Real, Kaes, Klaas+Kock, Bartels-Langness, Bünting und die nur in Nord- und Ostdeutschland vertretene dänische Discount-Kette Netto. Nicht betroffen ist der zum Edeka-Imperium gehörende Netto Marken-Discount.

Mit Material von dpa
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