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Onlinehandel

Raiffeisen-Genossenschaften gründen digitale Handelsplattform

Düngereinkauf bei einer Raiffeisen-Genossenschaft
am
31.05.2019

Mehrere Raiffeisen-Genossenschaften wollen gemeinsam eine digitale Handelsplattform für den Agrarhandel aufbauen.

29 regionale Raiffeisen-Organisationen investieren demnach in den nächsten fünf Jahren 12 Millionen Euro in den Aufbau einer eigenen digitalen Handelsinfrastruktur. Die Plattform soll im Jahr 2021 starten.

Andreas Bauer, Geschäftsführer der Raiffeisen-NetWorld GmbH, die die Plattform aufbaut, erwartet, dass nach zwei Betriebsjahren die Schwelle von 1 Milliarde Euro Umsatz überschritten wird. Der Onlineshop soll die Unabhängigkeit des Agrarhandels von multinationalen Konzernen sichern.

Landwirte sollen Datenhoheit behalten

Mit einer eigenen Handelsplattform sichere sich die deutsche Agrarwirtschaft aber nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern vor allem auch die Hoheit über ihre Daten, betonte Bauer.

Angesichts der Datenkonzentration durch wenige globale Megakonzerne, die von Saatgut
über Dünger- und Pflanzenschutzmitteln bis zum Handel mit dem Endprodukt die gesamte Wertschöpfungskette kontrollieren wollten, sei das eine dringend benötigte Maßnahme zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft.

Onlinehandel soll Zeit sparen

Christoph Hosang, Co-Geschäftsführer der Raiffeisen-NetWorld, sagte, viele Landwirte arbeiteten mittlerweile schon hochgradig digitalisiert. Dennoch werde der größte Teil des Handels von Betriebsmitteln noch per Fax oder Telefon getätigt.

"Die neue Handelsplattform der Genossenschaften wird nicht nur Kostendruck nehmen, sondern auch signifikante Zeitbudgets freisetzen", so Hosang.

Die Raiffeisen Networld GmbH hat ein Stammkapital von 1 Million Euro. Ihr Sitz ist identisch mit dem der RWZ Rhein-Main eG, Köln. Die Kölner sind die einzige Zentralgenossenschaft, die an dem Projekt bislang beteiligt ist. Alle anderen Partner sind Regionalgenossenschaften. Die Plattform, deren Markenname noch nicht bekannt gegeben wurde, soll aber weiteren Partner offenstehen, erst in Deutschland und später auch in Europa.

Mit Material von dpa, Raiffeisen Networld
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