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Milchwirtschaft

Ranking: Das sind die 20 größten Molkereien weltweit

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Norbert Lehmann, agrarheute
am
30.07.2018

Unter den 20 weltweit größten Molkereikonzernen sind nur zwei Unternehmen aus Deutschland. Das zeigt das jüngste Ranking der Rabobank.

Das Molkerei-Ranking der Rabobank mit den größten Molkereien weltweit bleibt eine geschlossene Gesellschaft. Unter den Top 20 hat sich 2017 im Vergleich zum Jahr zuvor kein Unternehmen neu eingefunden. Allerdings hat die Zahl der Übernahmen und Fusionen zugenommen.

Erneut sind zwei deutsche Unternehmen unter den 'Global Players' vertreten. Das genossenschaftliche Deutsche Milchkontor (DMK) machte im Zuge der Restrukturierung zwei Plätze gut und rückte von Rang 15 vor auf Platz 13 mit einem Jahresumsatz von 5,8 Mrd. Euro.

Um einen Platz verbesserte hat sich die private Müller-Gruppe auf Rang 18. Der Umsatz erreichte nach einer Schätzung der Rabobank im vorigen Jahr 4,5 Mrd. Euro.

Das sind die 20 größten Molkereien weltweit:

Rang
2018

 

Rang
2017

Unternehmen

Land

Umsatz 2017*

Mrd. USD

Mrd. Euro

1

 

1

Nestlé

SUI

24,2

21,4

2

­⬆︎

3

Lactalis

FRA

19,9

17,7

3

⬇︎

2

Danone

FRA

17,6

15,5

4

 

4

Dairy Farmers of America

USA

14,7

13,0

5

­⬆︎

6

Fonterra

NZL

13,7

12,1

6

⬇︎

5

FrieslandCampina

NED

13,6

12,0

7

 

7

Arla Foods

DEN/SWE

11,7

10,3

8

­⬆︎

9

Saputo

CAN

10,8

9,6

9

⬇︎

8

Yili

CHN

9,9

8,8

10

 

10

Mengniu

CHN

8,8

7,8

11

 

11

Dean Foods

USA

7,5

6,7

12

 

12

Unilever**

NED

7,0

6,2

13

­⬆︎

15

DMK

GER

6,5

5,8

14

⬇︎

13

Kraft Heinz

USA

6,2

5,5

15

⬇︎

14

Meiji

JAP

5,8

5,1

16

 

16

Sodiaal

FRA

5,8

5,1

17

­⬆︎

18

Savencia

FRA

5,5

4,9

18

­⬆︎

19

Müller**

GER

5,1

4,5

19

­⬆︎

20

Agropur

CAN

5,1

4,5

20

⬇︎

17

Schreiber Foods**

USA

5,0

4,4

 

*Nur Umsatz mit Molkereiprodukten, basierend auf den Geschäftszahlen 2017 sowie Übernahmen, die zwischen dem 1. Januar und 30. Juni 2018 abgeschlossen wurden. Für Lactalis ohne die anhängige Übernahme von Itambé. **Schätzung; Quelle: Rabobank

Der Vorsprung von Nestlé schrumpft

Abfüllung von Trinkmilch

Der grösste Lebensmittel- und Getränkehersteller der Welt, Nestlé in der Schweiz, steht im Ranking ganz oben. Der Abstand zur  Nummer zwei hat sich aber verkleinert. Die französische Lactalis tauschte den Platz mit Danone und kletterte vom dritten auf den  zweiten Platz, gestärkt durch die Übernahme der US-Joghurt-Hersteller Stonyfield und Siggi's.

Die Fusionen und Übernahmen im Milchsektor nahmen 2017 zu. Sie wurden - wie auch in anderen Sektoren - durch die Verfügbarkeit von billigem Kapital angekurbelt. Im Gegensatz zu anderen Segmenten der Ernährungswirtschaft hatten die großen Deals - Danone/WhiteWave und Saputo/Murray Goulburn - jedoch nur begrenzte Auswirkungen auf die Rangliste der Top 20.

Der Milchmarkt wächst um 30 Prozent

Insgesamt zählte die Rabobank 2017 weltweit 127 Übernahmen und Fusionen in der Milchwirtschaft, verglichen mit 81 Transaktionen im Vorjahr. Bis Mitte 2018 liegt die Zahl der Zusammenschlüsse bei 62, fast die Hälfte davon in Europa.

 In den nächsten Jahrzehnten erwartet die Rabobank, dass der Milchmarkt aufgrund von Bevölkerungswachstum, Einkommenssteigerung und Verstädterung um mindestens 30 % an Volumen und Wert wächst.

Genossenschaften dominieren, haben aber ein Problem

Im Gegensatz zu anderen Branchen ist die Milchindustrie stark von Genossenschaften geprägt. Sie belegen im Ranking der Rabobank unter anderem alle Plätze von vier bis sieben. Die vier größten Molkereigenossenschaften erzielten 2017 zusammen einen Umsatz von fast 54 Mrd. USD und damit mehr als das Doppelte des Jahresumsatzes von Nestlé.

Nach Einschätzung der Rabobank operieren die Molkereigenossenschaften in einem herausfordernden Umfeld. Die Milcherzeuger müssten als Eigentümer ständig entscheiden, ob die Wertschöpfung im der Molkerei reinvestiert oder über den Milchpreis ausgezahlt werde. Kapital fließe eher in die landwirtschaftlichen Betriebe, anstatt den Unternehmenswert der Genossenschaft durch Übernahmen oder Expansion zu steigern. Das wiederum habe zur Folge, dass Genossenschaften mit begrenzten Mitteln ausgestattet seien, um zukünftiges Wachstum zu finanzieren.

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