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Zentralgenossenschaften

Restrukturierung bringt RWZ Rhein-Main stabil durch die Dürre

RWZ Bilanz PK 2019
am
17.04.2019

Die RWZ Rhein-Main hat im Geschäftsjahr 2018 dank der eingeleiteten Restrukturierung trotz der Dürre ein stabiles Ergebnis erzielt. Das Jahr 2019 ist gut angelaufen.

Wie die Zentralgenossenschaft heute in Köln bekannt gab, sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro. Das lag nach den Worten des RWZ-Vorstandsvorsitzenden Christoph Kempkes im Rahmen der gesteckten Zielsetzung. Ursache war vor allem, dass das Unternehmen Aktivitäten veräußert oder abgebaut hat, insbesondere im Bereich der Baustoff- und Raiffeisenmärkte, der Futtermittelwerke und dem Energiehandel. Hinzu kam eine witterungsbedingte Delle.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verschlechterte sich gegenüber 2017 dennoch nur leicht um 1 Mio. Euro auf 12 Mio. Euro. Kempkes unterstrich, ohne die 2016 eingeleitete Strategie "PRIO" wäre die RWZ "nicht so schlank durch das problematische Jahr 2018 gekommen". Die Rohertragslücke habe durch eine Kombination aus niedrigeren Kosten, unerwartet gut abschneidenden Diversifikationsbereichen und der Nutzung bilanzieller Spielräume ausgegleichen werden können.

Den Start in 2019 nannte der Vorstandschef vielversprechend. Sowohl der Absatz von Betriebsmitteln als auch das Segment Landtechnik sind im ersten Quartal normal angelaufen. Das EBIT soll im laufenden Jahr um 3 Mio. Euro auf 15 Mio. Euro bei weitgehend stabilem Umsatz verbessert werden.

Deutlich weniger Getreide erfasst

Aufgrund der Trockenheit erfasste die RWZ Rhein-Main voriges Jahr mit 790.000 t um 10 Prozent weniger Getreide und Ölsaaten. Die Logistikkosten stiegen durch das Niedrigwasser deutlich und setzten die Margen unter Druck. Die insgesamt gehandelte Menge ging um 15 Prozent auf 2,3 Mio. t zurück. Den negativen Einfluss der Dürre auf das Ergebnis bezifferte Kempkes auf rund 6 Mio. Euro.

Durch den Verkauf des Großhandels für die Raiffeisenmärkte schrumpfte der Umsatz in diesem Bereich um 47 Prozent auf 23 Mio. Euro, durch den Verkauf der Kraftfutterwerke um 24 Prozent auf 156 Mio. Euro.

Wegen der Dürre wurden weniger Dünge- und Pflanzenschutzmittel abgesetzt, während der Umsatz mit Saatgut - auch durch überregionale Expansion - gesteigert werden konnte. Im Saatgut sieht Kempkes ein zukunftsträchtiges Geschäft. Ein Plus wurde auch im Bereich Weinbau und Kellerei erzielt, wo die RWZ zum Vollsortimenter erster Wahl werden will.

Finanzziele um ein Jahr verschoben

RWZ-Finanzvorstand Joachim Rabe bewertete die bilanzielle Lage der Zentralgenossenschaft als stabil. Die Eigenkapitalsituation sei zufriedenstellend. Die Eigenkapitalquote ging um 2 Prozentpunkte auf 22 Prozent zurück. Ausschlaggebend war ein Anstieg des Umlaufvermögens durch höhere Vorräte. Diese konnten im Verlauf des ersten Quartals 2019 aber weitgehend normalisiert werden.

Die Dürre zwingt die RWZ allerdings, ihre mittelfristigen Finanzziele um ein Jahr nach hinten zu schieben. Der Generalversammlung soll für 2018 eine Dividende von 2 Prozent vorgeschlagen werden.

Potenzial des Biolandbaus soll gehoben werden

Wachstumschancen sieht Vorstandschef Kempkes unter anderem im Biomarkt. Das Umsatzpotenzial im Bereich der RWZ schätzt er auf 100 Mio. Euro, von denen im laufenden Jahr 10 Prozent gehoben werden sollen. Dazu wird in den Standort Friedberg in Hessen investiert, um dort ab dem 1. Juli Biogetreide erfassen zu können.

Ein weiteres Wachstumssegment ist das neu aufgebaute Landtechnikgeschäft in Frankreich. Kemkpes schätzt, dass sich dieses in den nächsten drei Jahren auf 200 Mio. Euro Umsatz verdoppeln könnte.

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