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Corona-Krise

Ruf nach einheitlichem Notfallplan für Schlachthöfe

Schlachtgeflügel wird auf die Zerlegung vorbereitet
am Freitag, 24.07.2020 - 10:02 (1 Kommentar)

Die Geflügelwirtschaft fordert von der Bundesregierung einen bundesweit einheitlichen Notfallplan für die Fleischindustrie.

Die Schließung von Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben könne zu massiven Problemen in der Ernährungssicherung und im Tierschutz führen, warnt der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Darum sollten vorübergehene Stilllegungen die Ausnahme bleiben.

Für die Entscheidung über eine Schließung bei Covid-19-Infektionen sei ein bundesweit einheitlicher Notfallplan notwendig. An diesem Plan könnten sich die verantwortlichen Behörden vor Ort im Bedarfsfall orientieren, schlägt ZVG-Präsident Friedrich-Otto Ripke vor.

Stilllegung von Schlachtkapazitäten kann Tierschutzprobleme auslösen

Ripke sagte, der Gesundheitsschutz der Menschen und der Mitarbeiter habe oberste Priorität. Der Tierschutz und die Ernährungssicherung dürften aber bei der Entscheidungsfindung zur Schließung von Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben keinesfalls zu gering oder gar nicht bewertet werden. Könnten Tiere nicht geschlachtet werden, führe das zu massiven Tierschutz-Problemen. Das stelle auch die Tierhalter vor teils große Herausforderungen.

Die Folge könne sogar eine unnötige Verschwendung von Lebensmitteln sein, beispielsweise durch die Keulung von Tierbeständen.

Der ZVG plädiert dafür, eine neue Datenbank aufzubauen. Darin sollen die Leistungsdaten aller deutschen Schlachtbetriebe für eine Tierart, die Lage, die Produkte und Produktionserfordernisse sowie Reservekapazitäten erfasst werden. Anhang dieser Datengrundlage soll beurteilt werden, inwieweit Schlachtmengen eines Unternehmens im Bedarfsfall durch andere Schlachtereien übernommen werden können.

Breit aufgestellte Projektgruppe soll Notfallplan ausarbeiten

Der ZVG empfiehlt, die Bundesländer, den Deutschen Landkreistag, den Städtetag, den Städte- und Gemeindebund sowie die betroffenen Branchenverbände an einer Projektgruppe zu beteiligen. Diese Gruppe soll den Notfallplan erarbeiten. Zwingende Voraussetzung sei zudem die Beteiligung von qualifizierten Virologen und Umwelthygienikern. Vorbereitend seien durch die Wissenschaft die Ursachen von Covid-19 Übertragungen in Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben und deren Umfeld zu klären.

Lesen Sie hier in unserem Top-Thema, wie die Corona-Pandemie die Schlachtbranche unter Druck setzt.

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