Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

RWZ Rhein-Main erwartet durch Hochwasser einstelligen Millionenschaden

Hochwasser Katastrophe Dauerregen
am Mittwoch, 28.07.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Die RWZ Rhein-Main rechnet durch die Hochwasserkatastrophe im Westen mit einem Schaden im einstelligen Millionenbereich.

Die genaue Schadenshöhe lässt sich noch nicht abschätzen, teilte die Zentralgenossenschaft auf Anfrage von agrarheute mit. Zu unübersichtlich ist die Situationen teilweise vor Ort. Fast zwei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen konnten noch nicht alle Gebäudeteile umfassend überprüft werden. „Wir rechnen mit einer siebenstelligen Gesamtschadenshöhe“, teilte ein Sprecher der Kölner Genossenschaft jedoch mit.

An fünf Standorten der RWZ hat Tief Bernd Schäden hinterlassen. In Prüm in der Eifel liegt bei einer Tankstelle ein Totalschaden vor. Auch der dortige Agrartechnik-Standort wurde schwerer getroffen. Hochwasserschäden erlitt die RWZ ferner in ihrem Autohaus in Wittlich, am Agrartechnik-Standort Wipperfürth und am Agrar-Standort Hillesheim. Glücklicherweise ist keiner der Mitarbeiter verletzt worden oder gar zu Tode gekommen.

Die Erfassung der Getreideernte läuft

Die Auswirkungen der Flutkatastrophe auf die laufende Ernte von Getreide und Raps halten sich insgesamt in Grenzen. Die 24 Erfassungsstandorte der RWZ im Katastrophengebiet sind alle in Betrieb.

Die Schäden der Landwirte im RWZ-Gebiet kann das Unternehmen immer noch nur schwer einschätzen. Niederschlags- beziehungsweise überflutungsbedingt gibt es eine große Spreizung vom Totalausfall bis hin zu ganz normalen Ernteresultaten. Die bisher gemeldeten Ernteergebnisse beurteilt die Genossenschaft als überwiegend gut im Hinblick auf die Menge, teilweise gibt es Abstriche in der Qualität durch Lagergetreide.

Hubschrauberspritzung an der Ahr gesichert

Als katastrophal beschreibt die RWZ die Lage der Winzer an der Ahr. Hier übernimmt die Zentralgenossenschaft über ihre Beteiligung an der Mittelrheinischen Rebschutz GmbH jetzt per Hubschrauber flächendeckend den Rebschutz gegen Peronospora und Oidium, da die Ahrwinzer ihre Flächen kaum noch auf dem Landweg erreichen können.

Für die Weinlese wird die RWZ einen Gerätepool bereitstellen, da die Maschinen und Geräte der Winzer durch das Hochwasser in den meisten Fällen unbrauchbar wurden.

Abfüllanlage von Wein auf Trinkwasser umgestellt

Nach eigenen Angaben beteiligt sich die RWZ aktuell in mehreren Ortschaften in den betroffenen Katastrophengebieten mit leichtem und schwerem Gerät samt mobiler Servicestationen an den Aufräumarbeiten. In Langenlonsheim wurde ein Weinabfüllanlage umfunktioniert für die Trinkwasserabfüllung.

Außerdem will die Genossenschaft ihre vom Hochwasser besonders betroffenen Mitarbeiter finanziell unterstützen. Ein entsprechender Beitrag hierzu werde nicht nur durch das Unternehmen geleistet, sondern auch von den Kolleginnen und Kollegen in einem Akt von Solidarität durch freiwilligen teilweisen Gehaltsverzicht, so die RWZ.

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe September 2021
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin_1632227401.jpg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...