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Zentralgenossenschaften

RWZ Rhein-Main: Die Neuausrichtung wirkt

Verladung von Schüttgut
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
09.05.2018

Die Restrukturierung der RWZ Rhein-Main eG ist auf Kurs. Im vergangenen Jahr konnte die Kölner Zentralgenossenschaft ihre Bilanz deutlich verbessern.

Christoph Kempkes

"Wir sind noch nicht über den Berg, haben aber viel geschafft von dem, was wir uns vorgenommen haben". Mit diesen Worten zog der RWZ-Vorstandsvorsitzende Christoph Kempkes ein zufriedenes Zwischenfazit der Neuausrichtung des Unternehmens.

Im vergangenen Jahr wurde nach den Verlusten von 2016 wieder ein kleiner positiver Jahresüberschuss von 2,1 Mio. Euro erwirtschaftet. Obwohl der Umsatz um rund 4 Prozent auf 2,26 Mrd. Euro sank, blieb das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 13 Mio. Euro stabil. Der Generalversammlung soll eine Erhöhung der Dividende um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent vorgeschlagen werden.

RWZ war finanziell überdehnt

Die Basis für die besseren Geschäftszahlen legte ein gezielter Umbau der Genossenschaft. Die RWZ führte Bereiche, die als ertragsschwach und nicht zukunftsträchtig identifiziert wurden, deutlich zurück. Dazu zählten die Herstellung von Futtermitteln, der Großhandel mit Energieprodukten und die meisten Raiffeisen-Märkte.

Die Bilanzsumme wurde somit um 53 Mio. Euro auf 600 Mio. Euro verkürzt. Die Schulden konnten um 57 Mio. Euro verringert werden. RWZ-Finanzvorstand Joachim Rabe zeigte sich erfreut, dass es gelungen sei, das Kapital zu stärken. Die Firma sei finanziell überdehnt gewesen, stellte Rabe rückblickend fest. Im vergangenen Jahr konnte die Eigenkapitalquote jedoch von 21 auf 24 Prozent verbessert werden.

Banken unterstützen die Neuausrichtung der RWZ

Kempkes zufolge ist die Restrukturierung der Geschäftsbereiche weitestgehend abgeschlossen. Jetzt arbeitet die Genossenschaft an einer effizienteren Organisation. Die Kosten sollen gesenkt werden, ohne dass über die natürliche Fluktuation hinaus Personal abgebaut wird.

Das Ziel ist, die Rentabilität des Unternehmens zu verbessern. Bis 2020 soll der Umsatz bei 2,1 Mrd. Euro stabilisiert werden, aber bei einer Steigerung des EBIT auf 20 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote soll bis auf 30 Prozent angehoben werden.

Das Wohlwollen der Banken findet der von Kempkes eingeschlagene Sanierungskurs. Die RWZ konnte Anfang des Jahres mit einem Bankenkonsortium eine neue mehrjährige Finanzierungslinie vereinbaren.

Verhaltener Start in 2018

In das laufende Jahr ist die RWZ laut Kempkes witterungsbedingt verhalten gestartet. Im Mai wurde aber viel von dem anfänglichen Rückstand aufgeholt.

Das Ziel für 2018  lautet unverändert 1,99 Mrd. Euro Umsatz bei 14,9 Mio. Euro EBIT.

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