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RWZ Rhein-Main schafft die Kehrtwende und schmiedet an Allianz

Standort Dorn-Assenheim der RWZ Rhein-Main
am Donnerstag, 23.04.2020 - 12:19 (Jetzt kommentieren)

Die RWZ Rhein-Main hat 2019 den Abwärtstrend durchbrochen. Corona bringt aber neue Unsicherheiten. Eine Allianz soll die Genossenschaft langfristig stärken.

Christoph Kempkes

„2019 war für die RWZ ein wirklich gutes Jahr. Wir haben alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben“, fasste der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ), Christoph Kempkes, heute das vergangene Geschäftsjahr zusammen.

In der erstmals per Videoschaltung durchgeführten Bilanzpressekonferenz präsentierte Kempkes gute Zahlen: Der Umsatz konnte gegenüber dem Dürrejahr 2018 um 4,6 Prozent oder 95 Mio. Euro auf 2,176 Mrd. Euro gesteigert werden. Das war das erste Umsatzplus seit 2013.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde von 12 Mio. auf 14,4 Mio. Euro verbessert. Die Geldbuße von 4 Mio. Euro zur Beilegung des Kartellverfahrens wegen Preisabsprachen im Handel mit Pflanzenschutzmitteln wurde vollständig im Ergebnis verarbeitet. Bei einer praktisch unveränderten Bilanzsumme wurde die Eigenkapitalquote stabil auf 22 Prozent gehalten.

Corona-Pandemie schädigt den Absatz von Pommes-Kartoffeln

Für das laufende Jahr, das im März aufgrund der milden Witterung und teilweise auch durch Hamsterkäufe der Landwirte bei Betriebsmitteln lebhaft startete, rechnet Kempkes mit einem erneut höheren Ergebnis. Durch negative Preiseffekte dürfte der Umsatz jedoch etwas zurückgehen. Zudem sei noch zu prüfen, inwieweit die Corona-Pandemie „einen Strich durch die Rechnung machen“ werde.

Schwierig sei die Situation derzeit im Raiffeisen Autohaus, bei Kartoffeln und bei Braugerste, denn: „Autokauf ist derzeit nicht Priorität der Leute und ohne Gastronomie gehen eben auch weniger Pommes und Bier“, sagte Kempkes.

Konkret droht Braugerste in nicht genanntem Umfang nur als Futtergerste verwertet werden zu können, weil die Nachfrage der Brauereien fehlt. Und für Kartoffelbauern „drohen schwierige Monate“, so Kempkes. Rund 150.000 t Kartoffeln seien im Markt und suchten eine Verwertung. Der RWZ-Chef bezeichnete es als Herausforderung, die auf den Kartoffelhandel spezialisierte Tochter Weuthen „über der Nulllinie“ zu halten, aber das werde gelingen.

"Zartes Pflänzchen" der Kooperation mit Kassel

Türschild der RWZ Rhein-Main Zentrale in Köln

Die Kölner Zentralgenossenschaft hat die Erfassung von Getreide und Ölsaaten 2019 nach dem Dürrejahr 2018 wieder steigern können von 0,79 Mio. t auf 0,86 Mio. t. Das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Dünger ging in der Menge um 6 Prozent beziehungsweise 3 Prozent zurück. Der Markt schrumpfte laut RWZ bedingt durch die verschärften gesetzlichen Auflagen noch stärker, sodass die Genossenschaft Marktanteile gutmachen konnte. Der Geschäftsbereiche Agrartechnik verzeichnete ebenso wie Weinbau und Kellerei ein Rekordjahr. Fast 800 neue Traktoren setzten die Kölner im vergangenen Jahr ab.

Bezüglich der Anfang April bekannt gegebene Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Waren GmbH Kassel sprach Kempkes von einem „zarten Pflänzchen“. Im Fokus stehen eine engere Kooperation in Thüringen und Sachsen, wo beide Unternehmen aktiv sind, und eine gestärkte Einkaufsmacht gegenüber der Zulieferindustrie. Hierzu sollen über den Sommer Gespräche geführt werden.

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