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Rinderexport und Schiffsunglück

Schiff mit 6000 Rindern im Sturm vor Japan gekentert

Ein Schiff für den Rindertransport.
am Donnerstag, 03.09.2020 - 15:08 (Jetzt kommentieren)

Ein Schiff mit 43 Besatzungsmitgliedern und fast 6.000 Rindern ist bei stürmischem Wetter im Ostchinesischen Meer gekentert.

Das Schiff war auf dem Weg von Neuseeland nach China. Nur ein Besatzungsmitglied konnte bisher von der japanischen Küstenwache gerettet werden.

Über das Unglück berichten derzeit zahlreiche angelsächsische und japanische Nachrichtenagenturen und Fernsehstationen (siehe Video unten).

Ein Spezialschiff für Tiertransporte.

Das Schiff mit dem Namen „Gulf Livestock 1“ hatte bereits am Mittwoch einen Notruf aus dem Südwesten Japans abgesendet. Der Grund für das Unglück dürfte der zu diesem Zeitpunkt in der Region aktive Taifun Maysak gewesen sein, der das Schiff mit starken Winden und schwerer See in Not gebracht hat.

Der Gerettete ist ein 45-jähriges Crewmitglied von den Philippinen, teilte die japanische Küstenwache mit. Er berichtete, dass zunächst der Motor ausgefallen war, bevor das Schiff von schweren Wellen getroffen wurde und gekentert ist, sagte eine Sprecherin der Küstenwache. Als das Schiff kenterte, hat die Besatzung sofort Schwimmwesten angezogen.

Der Gerettete sagte der Küstenwache, er sei ins Wasser gesprungen und habe vor seiner Rettung keine anderen Besatzungsmitglieder mehr gesehen. Drei Schiffe, fünf Flugzeuge und zwei Taucher seien eingesetzt worden, um die Suche fortzusetzen, sagte die Küstenwache.

Die Besatzung bestand aus 39 Personen aus den Philippinen und jeweils zwei Personen aus Neuseeland und aus Australien. Die philippinische Regierung teilte mit, sie koordiniere die Suche zusammen mit der japanischen Küstenwache. Der Taifun Maysak traf am heutigen Donnerstag auf die Küste Südkoreas und brachte heftige Winde mit.

6000 Kühe auf dem Weg nach China

Ein schwerer Sturm auf See.

Das Spezialschiff „Gulf Livestock 1" verließ den Hafen Napier in Neuseeland am 14. August mit 5.867 Rindern an Bord. Ziel war der chinesische Hafen von Jingtang in Tangshan. Die Reise sollte ungefähr 17 Tage dauern, teilte die neuseeländischen Behörden der Presse mit. Das 139 Meter lange Schiff unter panamaischer Flagge wurde 2002 gebaut. Der registrierte Eigner ist Rahmeh Compania Naviera SA mit Sitz in Amman.

An Bord befanden sich junge Kühe bzw. Färsen, die von der Gesellschaft Australasian Global Exports, mit Sitz in Australien, exportiert wurden. Das Unternehmen ist auf den Export lebender Tiere spezialisiert und verfügt auch über Quarantäneeinrichtungen in China. Die Kühe hatten einen Wert von jeweils rund 20.000 Yuan, berichtete ein Manager des chinesischen Importeurs gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die neuseeländische Tierrechtsorganisation SAFE sagte, die Katastrophe zeige die hohen Risiken des Exporthandels mit lebenden Tieren. "Diese Kühe hätten niemals auf See sein dürfen", sagte die Kampagnenmanagerin Marianne Macdonald, gegenüber Reuters.

"Dies ist eine echte Krise, und wir denken an die Familien der 43 Besatzungsmitglieder, die mit dem Schiff vermisst werden. Es bleiben jedoch viele Fragen offen, einschließlich der Frage, warum dieser Handel fortgesetzt werden durfte."

China kauft reichlich Rinder in Ozeanien

China hat in diesem Jahr nach Angaben des chinesischen Zolls bisher mehr als 46.000 Rinder aus Neuseeland importiert, hauptsächlich um die expandierende Milchproduktion des Landes auszubauen.

Im vorigen Jahr hatte Neuseeland eine Überprüfung seines Exporthandels mit lebenden Rindern durchgeführt, nachdem es Berichte gab, dass hunderte von Tieren, die aus Neuseeland und Australien exportiert wurden, auf dem Transport gestorben waren.

Das neuseeländische Ministerium für Primärindustrie (MPI) teilte mit, dass die Ausfuhranträge für lebende Rinder vorübergehend ausgesetzt wurden, nachdem das Schiff Gulf Livestock 1 untergegangen ist.

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