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Update: Rinderexport und Schiffsunglück

Schiffsunglück vor Japan: Nur zwei Überlebende – 6000 Rinder tot

Ein Schiff mit 6000 Rindern ist vor Japan gesunken.
am Dienstag, 08.09.2020 - 08:54 (Jetzt kommentieren)

Das Schiffsunglück vor Japan endete für Menschen und Tiere an Bord in einer Katastrophe.

Am Wochenende hat die japanische Küstenwache noch ein drittes Besatzungsmitglied des vor Japan gekenterten Vieh-Schiffes gefunden. Das Schiff war vorige Woche vor Japan mit mehr als 40 Besatzungsmitgliedern und 6000 Rindern an Bord während eines schwereren Sturms gekentert.

Das Besatzungsmitglied wurde am Freitag lebend geborgen, nachdem er von einem Suchflugzeug der japanischen Küstenwache entdeckt wurde. Der 30-jährige Mann wurde auf einem Rettungsfloß gefunden, das 2 km vor einer kleinen Insel in Japans südlicher Präfektur Kagoshima trieb, teilte die Küstenwache mit.

Die Retter fanden außerdem auch ein umgestürztes orangefarbenes Rettungsboot, das etwa 4 km vor Kodakarajima auf See trieb. Auf diesem Boot wurde aber niemand gefunden. Der Gerettete war erst das dritte Besatzungsmitglied, das bisher vom Viehtransportschiff „Gulf Livestock 1“ gefunden wurde, das am vorigen Mittwoch im Ostchinesischen Meer kenterte und gesunken ist.

Nur zwei Menschen lebend geborgen – Rinderkadaver auf See

Das Schiff mit 43 Besatzungsmitgliedern und einer Ladung von 6.000 Rindern hatte bei starkem Sturm und schwerer See während des Taifuns Maysak einen Notruf gesendet. Die Rettung des dritten Crewmitglieds erfolgte Stunden nachdem ein anderes Besatzungsmitglied gestorben war, nachdem er von der Küstenwache bereits bewusstlos aus dem Wasser gezogen worden war.

Die Suche nach den verbleibenden 40 Besatzungsmitgliedern war noch nicht abgeschlossen. Die Küstenwache hat auch Schwimmwesten und zahlreiche Rinderkadaver in dem Gebiet gefunden, in dem das Schiff vermutlich gesunken ist. Laut dem bereits am Mittwoch geretteten philippinischem Besatzungsmitglied fiel zunächst der Motor aus, bevor es von einer massiven Welle getroffen wurde.

Die Besatzung bestand aus 39 Personen aus den Philippinen, zwei aus Neuseeland und zwei aus Australien, hatte die Küstenwache mitgeteilt. Ein Sprecher der neuseeländischen Sicherheitsbehörde „Maritime New Zealand“ sagte, dass die Standard-Sicherheitsuntersuchungen am Viehtransportschiff „Gulf Livestock 1“ sowohl bei der Ankunft als auch bei der Abfahrt vom Hafen von Napier durchgeführt worden seien, einschließlich der Inspektionen der Viehtransporter und der Ställe. "Es wurden keine Unregelmäßigkeiten oder Probleme festgestellt", sagte der Sprecher.

Farmer sind gegen Ausfuhrverbot – Technische Probleme

Schiffstyp Tiertransporter für Schlachtviehtransporte auf offener See

Bill Sweeney, General Manager von „New Zealand Farmers Livestock“, bezeichnete das Kentern als „tragisch“, sprach sich jedoch gegen das am Donnerstag vom Ministerium für Primärindustrie (MPI) erlassenen Verbot der Ausfuhr lebender Rinder aus. „Der Export ist sehr wichtig für den Agrarsektor und die Auswirkungen wären viel schlimmer als man denkt", sagte Sweeney gegenüber Radio New Zealand.

Er fügte hinzu, dass seine Organisation kürzlich Rinder an das australische Unternehmen geliefert habe, das das Vieh exportierte. Sweeney sagte außerdem, er sei sich der Rechtmäßigkeit des MPI-Verbots nicht sicher, da die bestehenden Verträge erfüllt werden müssten. Im Mai vorigen Jahres hatten die australischen Behörden die Abfahrt des Schiffes von Broome nach Indonesien aufgrund von Navigations- und Stabilitätsproblemen um eine Woche verschoben.

Nach Informationen verschiedener Presseagenturen hat die zuständige Behörde „Australian Maritime Safety Authority“ mitgeteilt, dass das Sicherheitsmanagementsystem des Schiffes bis dahin keine angemessene Betriebssicherheit für Navigation und Management geboten hatten, da es nicht das elektronische Kartenanzeige- und Informationssystem (ECDIS) verwende. ECDIS ist ein Navigationssystem, das es Schiffen erleichtert, Anweisungen zu erhalten und zu bestimmten Orten zu navigieren.

Das Schiff wird technisch von der deutschen Marconsult Schifffahrt GMBH  aus Hamburg verwaltet, während die kaufmännische Leitung die in Jordanien ansässige Hijazi & Ghosheh Co. Ist, berichten verschiedene internationale Nachrichtenagenturen.

Taifun Haishen führt zur Unterbrechung der Suche

Die japanische Küstenwache sagte am Samstag, sie habe die Suche nach Überlebenden des Schiffes „Gulf Livestock 1“ eingestellt, das am 14. August den neuseeländischen Hafen Napier verließ und 17 Tage später im Hafen von Jingtang in Tangshan eintreffen sollte. Vier Schiffe, ein Flugzeug und mehrere Taucher durchsuchten bis dahin das Meer und hatten zunächst noch ein zweites Besatzungsmitglied entdeckt.

Die Küstenwache sagte, der Mann sei kurze Zeit, nachdem sie ihn etwa 120 km nordnordwestlich der Insel Amami Oshima aus dem Meer gezogen habe und ihn ins Krankenhaus gebracht hatten, gestorben. Die Bemühungen der Küstenwache wurden durch die Ankunft eines weiteren schweren Taifuns am Wochenende erheblich behindert.

Der Taifun Haishen hat von Sonntag bis Montag ein großes Gebiet durchzogen, berichten Wetterdienste. „Wir planen, die Suche fortzusetzen, wenn sich die See- und Wetterbedingungen wieder verbessern, aber wir wissen nicht, wann dies der Fall sein wird, da dies vom Wetter abhängt", teilte die japanische Küstenwache der internationalen Presse mit. Der mächtige Taifun Haishen überquerte den Südwesten Japans, mit starken Regenfällen, Sturm und Flutwellen.

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