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Molkereibranche

Schwieriges Jahr für die BMI

am Dienstag, 25.06.2019 - 09:07

Im vergangenen Jahr hatte die BMI mit schlechten Preisen und Umsatzrückgängen zu kämpfen. Für 2019 stehen die Chancen auf einen wettbewerbsfähigen Milchpreis besser.

BMI-Hartmann-Peter

"Für die Bayerische Milchindustrie eG (BMI) war 2018 ein schwieriges Jahr", räumte Vorstandsvorsitzender Peter Hartmann gleich zu Beginn der Bilanz-Pressekonferenz ein. 

In der ersten Jahreshälfte seien die Preise für Käse und Trockenprodukte sehr schwach gewesen. "So haben wir den Milchpreis stark zurücknehmen müssen", räumte Hartmann ein. Das erfreute die BMI-Lieferanten nicht. Er wisse aber, dass de Milchpreis wettbewerbsfähig sein müsse.

Mit der Verbesserung des Marktumfeldes im zweiten Halbjahr 2018 habe die BMI den Milchpreis zwar anheben können, doch im Jahresmittel sei man deutlich unter dem bayerischen Schnitt von rund 36,5 Cent/kg (4,2% Fett, 3,4 % Eiweiß) geblieben. Laut BMI-Chef lag der Milchpreis für die konventionelle Milch bei 34,29 Cent/kg inklusive Zuschlag für gentechnikfreie Fütterung. Dagegen lag der Biomilchpreis im Durchschnitt bei 49,59 Euro je 100 Kilogramm Milch netto, was in etwa dem bayerischen Schnitt entsprach.

Zumindest in die ersten Monate 2019 sei die BMI besser gestartet als 2018. "So haben sich die Erlöse für konventionelle Molkenpulverderivate im ersten Halbjahr 2019 deutlich erholt. Jedoch zeigen milchbasierte Produkte uneinheitliche Tendenzen", dämpft Hartmann zu hohe Milchpreiserwartungen ein.

Unter fünf Prozent Milchmenge gekündigt

Der vor allem für bayerische Bauern unbefriedigemde Milchpreis führte zu Kündigungen. Laut Vorstand  Dr. Thoma Obersojer bewegen sie sich aber "unter 5 Prozent der BMI-Milchmenge, die Ende 2020 wirksam würden". Diese betrug 2018 rund 932 Mio. kg Milch, wobei die Eigenanlieferung 740 Mio. kg betrug, was einer Steigerung um gut 13 Prozent zum Vorjahr entsprach. Somit dürften sich die gekündigten Mengen knapp unter 40 Mio. kg bewegen.

Das für die BMI schwierige Marktumfeld schlug sich auf in den Bilanzkennzahlen nieder. Der Umsatz sank um 2,4 Prozent auf 598 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss sank mit knapp 160.000 Euro fast auf eine schwarze Null, nachdem er 2017 noch knapp 2,8 Mio Euro betrug. Dennoch konnte die BMI durch Zeichnung weiterer freiwilliger Geschäftsanteile von Gesellschaftern das Eigenkapital auf über 71 Mio. Euro steigern.der BMI. Die Eigenkapitalquote beträgt somit nahezu unverändert 34,8 Prozent.

Auch die Exportquote lag mit 44,2 Prozent unter Vorjahresniveau von 46,8 Prozent. Besonders der Exportumsatz in Drittländer ging um fast 13 Prozent auf 32,9 Mio. Euro zurück, während die Genossenschaft mit EU-Ländern nur 215 Mio. Euro umsetzen konnte, was knapp 9 Prozent weniger war.

Die Produktion nahm über alle Sparten hinweg zu. Positiv entwickelte sich vor allem die Käseherstellung (+7,2 Prozent) sowie der Frischebereich (+3,3 Prozent). Treiber bei Käse war vor allem die Mozzarella-Produktion durch Ausbau der Blockanlage sowie Mehrmengen bei Kugelmozzarella am Standort Jessen.

Kräftiges Wachstum bei Biomilch

BMI-Biomilchprodukte

Der europaweite Trend zu mehr Bio war auch bei der BMI spürbar. Die Anlieferung von Bio-Rohmilch stieg um 41,8 Prozent auf 55,2 Mio. Kilogramm. "In diesem Jahr werden wir voraussichtlich sogar 90 Mio. kg erreichen", sagte Hartmann. Inklusive Sekundärrohstoffe wie Molke hat die BMI im vergangenen Jahr 487 Mio. kg Biomilch verarbeitet. Das waren 8,5 Prozent mehr als 2017.

Laut Hartmann agiert die BMI bei der Neuaufnahme von Biomilcherzeugern sehr vorsichtig. "Eigene Mitglieder, die umstellen, werden aber bevorzugt", so der BMI-Chef.

Insgesamt erfasste die Genossenschaft von eigenen Liefergruppierungen 795,2 Mio. kg Rohmilch und 2,1 Mrd. kg Molkenrohstoffe. Die gesamte Rohstoffverarbeitung betrug somit 2,9 Mrd. kg. Im Gegenzug wurde der externe Zukauf von Roh- und Sekundärmilch um 59,7 Prozent deutlich zurückgefahren.

Nochmals mehr investiert

Mit Investitionen von insgesamt 42,9 Mio. Euro hat die BMI 2018 wichtige Maßnahmen zur technischen und baulichen Weiterentwicklung ihrer Werke umgesetzt. Das waren nochmals 10 Prozent mehr als 2017. Im Mittelpunkt stand der Um- und Ausbau des Werks in Jessen zum Hightech-Käsestandort. 

Auch in die bayerischen Werke hat die BMI investiert: Eine neue Mehrwegglaslinie am Frischestandort Würzburg erhöht die Kapazitäten für Milchprodukte aus Glasflaschen, die bei Verbrauchern zunehmend beliebt sind. Im Werk Zapfendorf wurde eine neue Portionsbecheranlage installiert, an der Fruchtquark und Skyr in Kleinpackungen für Catering- und Care-Einrichtungen abgefüllt werden kann.