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So begrünt Tönnies seine Zukunft - und das sollen Landwirte dafür tun

Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück
am Dienstag, 25.02.2020 - 05:45 (1 Kommentar)

Deutschlands größter Schweineschlachter Tönnies setzt sich hohe Nachhaltigkeitsziele. Einige davon sollen die Landwirte erfüllen.

Zerlegung bei Tönnies

Das Schlachtunternehmen Tönnies hat sich Anfang des Jahres mit der „Agenda t30“ eine Reihe von Nachhaltigkeitszielen verordnet, die bis 2030 erreicht werden sollen. Einige davon betreffen allerdings gar nicht betriebsinterne Abläufe, sondern werden von den Landwirten zu erfüllen sein.

Zwar will Tönnies in den nächsten zehn Jahren zum Beispiel den Wasserverbrauch um die Hälfte reduzieren und 70 Prozent weniger Verpackungen einsetzen. Wenn es aber um das Tierwohl oder die Fütterung geht, will der Marktführer offenbar die Schweinehalter ordentlich in die Pflicht nehmen.

Haltungsbedingungen über der gesetzlichen Norm

Clemens Tönnies

Nach der Agenda t30 sollen 70 Prozent der an Tönnies angelieferten Tiere bis 2030 unter Haltungsbedingungen aufgewachsen sein, die über den gesetzlichen Standard hinausgehen.

In engem Zusammenhang damit steht die Stallbau-Initiative des Schlachtriesen. Bekanntlich hatte Firmeninhaber Clemens Tönnies kürzlich angekündigt, über eine Baugenossenschaft 500 Offenfrontställe errichten zu lassen. Dazu sollen die investitionswilligen Mäster der Genossenschaft beitreten. Der Startschuss soll noch in diesem Jahr fallen.

Verzicht auf Soja und südamerikanische Soja

Den Einsatz von Antibiotika sollen die Tierhalter um drei Viertel verringern. Das will Tönnies gemeinsam mit QS erreichen.

Weitere Nachhaltigkeitsziele betreffen vor allem die Fütterung. Durch eine optimierte Eiweißzusammensetzung soll der Nitratanteil in der Gülle um fast ein Drittel verringert werden.

Insbesondere auf die Verbrauchererwartungen geht die Ankündigung ein, mit der Agenda t30 vollständig auf Palmöl und auf Soja aus Südamerika zu verzichten.

Tönnies will das Höfesterben bremsen

Zu den erklärten Nachhaltigkeitszielen von Tönnies gehört auch, das Höfesterben durch die Schaffung von Zukunftsperspektiven für die landwirtschaftlichen Erzeuger zu bremsen.

Außerdem will das Unternehmen, das 2018 rund 6,6 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftete und fast jedes dritte Schwein in Deutschland schlachtete, die Gesellschaft besser über die Bedeutung der Tierproduktion für die Wirtschaftskraft im ländlichen Raum informieren.

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