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Lebenmittelversorgung

Sonnenblumenöl und Mehl fast ausverkauft - Hamsterkäufe gehen weiter

sonnenblumenöl.
am Freitag, 18.03.2022 - 05:00 (3 Kommentare)

Immer mehr Einzelhändler geben nur noch zwei oder drei Flaschen Sonnenblumenöl und Päckchen Mehl ab. Der Grund: Die Leute kaufen Unmengen von beiden Produkten.

Sonnenblumenöl könnte in Deutschland wegen des Ukraine-Krieges bald Mangelware werden. Das glaubt jedenfalls der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid). „Die Vorräte reichen voraussichtlich noch für wenige Wochen“, sagte der Ovid-Geschäftsführer Gerhard Brankatschk am Montag gegenüber der dpa.

Nachschub aus der Ukraine - dem wichtigsten Lieferland für Sonnenblumenöl - gebe es derzeit nicht. Allerdings könnten Verbraucher jeder Zeit auf andere wichtige Speiseöle wie etwa Rapsöl umsteigen. Hier sind keine Engpässe zu erwarten. Obwohl auch hier die Preise deutlich höher sind als vor einem Jahr. Aber das hat mit aktuellen Entwicklung an den Agrarmärkten zu tun.

Das Problem ist: Die Ukraine und Russland sind für 51 Prozent bzw. für 27 Prozent die weltweiten Exporte von Sonnenblumenöl verantwortlich, sagt der Ovid-Geschäftsführer. Deutschland deckt seinen Bedarf zu 94 Prozent über Importe. Gerade einmal 6 Prozent des verbrauchten Öls kommen aus heimischer Produktion.

„Aus der Ukraine kommt jetzt nichts mehr“, sagt Brankatschk. Dabei sei die Situation beim Sonnenblumenöl wegen einer Missernte in Kanada und coronabedingter Logistikprobleme schon zuvor angespannt gewesen. Die Preise stiegen deshalb schon vor dem Ukraine-Krieg spürbar.

LEH ruft auf nicht zu hamstern - Doch alles wird teurer

Sonneblumenöl kaufen.

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) hat die Deutschen aufgerufen, trotz Meldungen über Engpässe bei einzelnen Nahrungsmitteln wie Sonnenblumenöl und Mehl wegen des Ukrainekrieges keine Lebensmittel zu hamstern bzw. von Hamsterkäufen abzusehen.

„Wie bereits zu Beginn der Corona-Krise“ sollten sich die Kunden „untereinander solidarisch verhalten und Produkte nur inhaushaltsüblichen Mengen einkaufen“, sagte Verbandssprecher Christian Böttcher dem des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Noch lägen dem Handelsverband keine Informationen über eine flächendeckende Unterversorgung mit Sonnenblumenöl im deutschen Einzelhandel vor, betonte Böttcher.

Allerdings sei die Ukraine gerade für Deutschland der wichtigste Lieferant für Sonnenblumenöl. „Wenn durch den russischen Überfall auf die Ukraine ein so wichtiger Rohstofflieferant ausfällt, kann das sicher nicht lange ohne Auswirkungen auf die Märkte bleiben“, sagte Böttcher.

Offen sei auch, „inwiefern steigende Kosten auf den Vorstufen in Folge des Russland-Ukrainekrieges durch die Kette weitergegeben werden“. „Ökonomen gehen davon aus, dass sich die allgemeine Teuerung bei Nahrungsmitteln erst einmal fortsetzt“, sagte Böttcher weiter. Längerfristige Prognosen seien aber wegen der Turbulenzen auf den Märkten derzeit nicht möglich.

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