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Zuckerwirtschaft

Südzucker bestätigt Gewinneinbruch

Südzucker Fabrik
am
27.03.2019

Die Südzucker AG fährt im Zuckergeschäft hohe Millionenverluste ein. Die Dividende bricht ein.

Wie das Unternehmen heute auf der Basis von noch vorläufigen Zahlen mitteilte, sackte das operative Konzernergebnis 2018/19 gegenüber dem Vorjahr von 445 Mio. Euro auf nur noch 25 Mio. Euro ab. Der drastische Rückgang ist maßgeblich auf das Zuckergeschäft zurückzuführen.

Bekanntlich hat der Konzern auf die schlechte Geschäftslage mit einem Sanierungskonzept reagiert. Dieses sieht die Schließung von zwei Standorten in Deutschland, zwei in Frankreich und einem in Polen vor. Infolgedessen berichtigte der Vorstand den Wert des Geschäftssegments Zucker nun um 700 Mio. Euro nach unten. Daneben fallen im Konzern 150 Mio. Euro Aufwendungen für die Restrukturierung an.

Die Tonne Zucker wird derzeit auf dem Weltmarkt für etwa 300 Euro gehandelt. Noch vor zweieinhalb Jahren lag der Preis bei 500 Euro, wie Südzucker-Sprecher Dominik Risser sagte. Er warf Indien, Thailand und Brasilien Wettbewerbsverzerrungen im Weltmarkt vor, da diese Länder ihre  Zuckerindustrie direkt oder indirekt subventionierten

Dividende soll mehr als halbiert werden

Der Umsatz des weltweit größten Zuckerherstellers Südzucker gab 2018/19 von 6,98 Mrd. Euro auf 6,75 Mrd. Euro nach. Für das laufende Geschäftsjahr geht das Unternehmen von einem ähnlichen Umsatz zwischen 6,7 Mrd. und 7,0 Mrd. Euro aus.

Vor dem Hintergrund eines weiteren schwierigen Zuckermarktes erwartet der Konzern im Segment Zucker 2019/20 einen operativen Verlust von 200 bis 300 Mio. Euro. Erst ab Oktober 2019 könnte sich das Ergebnis im Zuckergeschäft erlösbedingt deutlich verbessern. Der Vorstand weist darauf hin, dass die Prognose vor dem Hintergrund der sehr volatilen Zucker- und Ethanolmärkte von hoher Unsicherheit geprägt sei. Das operative Konzernergebnis wird daher in einer weiten Spanne zwischen 0 und 100 Mio. Euro prognostiziert.

Die Aktionäre werden von den schlechten Ergebnissen nicht verschont bleiben. Der Vorstand will der Hauptversammlung am 18. Juli vorschlagen, die Dividende für 2018/19 von 0,45 Euro auf 0,20 Euro je Aktie zu kürzen.

Hybrid-Anleihe wird wahrscheinlich nicht vergütet

Wie die Südzucker AG heute weiter bekannt gab, wird eine Hybrid-Anleihe über 700 Mio. Euro aufgrund des niedrigen Cash Flows zum Ende des 2., 3. und 4. Quartals 2019 sowie Ende März 2020 voraussichtlich nicht vergütet.

Nach den Bedingungen der 2005 ausgegebenen Hybrid-Anleihe ohne Fälligkeitstag ist das Unternehmen verpflichtet, die Anleihe nicht zu vergüten, wenn der konsolidierte Cash Flow der Südzucker AG die Schwelle von 5 Prozent des konsolidierten Umsatzes unterschreitet. Aufgrund der heute vorgelegten vorläufigen Geschäftszahlen geht das Unternehmen davon aus, dass dieses sogenannte Cash-Flow-Ereignis eintreten wird, die Vergütungszahlungen also ausfallen werden.

Den vollständigen Bericht für das Geschäftsjahr 2018/19 veröffentlicht die Südzucker AG am 16. Mai 2019.

Mit Material von dpa
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