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Tönnies darf in Rheda-Wiedenbrück wieder schlachten

Das Schlachtunternehmen Tönnies stoppt aufgrund massenhafter Corona-Infektionen die Produktion in Rheda-Wiedenbrück.
am Mittwoch, 15.07.2020 - 16:34 (Jetzt kommentieren)

In Rheda-Wiedenbrück darf wieder geschlachtet werden. Die Stadt hat sich mit der Tönnies-Gruppe auf einen Stufenplan verständigt.

Nach Angaben der Stadtverwaltung hat Bürgermeister Theo Mettenborg nach Abstimmungsgesprächen zwischen allen beteiligten Behörden und dem Unternehmen die Schließungsverfügung teilweise aufgehoben.

Betroffen sind die Schlachtung und Blutverarbeitung. Die beiden Bereiche werden von den Tochterunternehmen Reisinger GmbH (Schlachtung) und Acontex GmbH (Blutverarbeitung) betrieben. Die 597 Mitarbeitenden der Schlachtung und die 7 Mitarbeitenden der Blutverarbeitung dürfen ab sofort das Werksgelände betreten und ihre Arbeit schrittweise wieder aufnehmen.

Tönnies hat das Hygienekonzept überarbeitet

Die Bereiche „Schlachtung“ und „Blutverarbeitung“ seien räumlich und betrieblich von anderen Bereichen der Unternehmensgruppe getrennt, erläuterte die Stadt. Ein stetiger Luftaustausch sei gewährleistet. Der Bereich „Blutverarbeitung“ beschäftigt nur eine geringe Anzahl an Mitarbeitenden, daher wird das Infektionsrisiko als gering eingestuft. Zudem ist ein großer Abstand zwischen den Mitarbeitenden aufgrund der niedrigen Personenanzahl gewährleistet.

Das wesentlich ergänzte und überarbeitete Hygienekonzept von Tönnies biete die Grundlage, dass die Tochterkonzerne unter den vereinbarten Hygieneauflagen den Betrieb wieder aufnehmen können, so die Verwaltung.

Zerlegung könnte am Freitag im Probebetrieb wieder anlaufen

schweine-farmer

Seitens des Unternehmens sei ein Antrag auf die Wiederinbetriebnahme des Bereiches „Zerlegung“ gestellt worden, teilte die Stadt weiter mit. Zunächst finden morgen (16.07.) nochmals Begehungen zur Abnahme der durch das Hygienekonzept und der wissenschaftlichen Expertise vorgegeben Installationen vor Ort durch Gutachter und Experten statt. Am Freitag (17.07.) soll der Bereich der Zerlegung zunächst in einem Probebetrieb wieder aufgenommen werden.

Der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der deutschen Schweinehalter (ISN), Dr. Torsten Staack sprach einem wichtigen Signal für die Schweinehalter. Endlich laufe der Schlachtbetrieb in Rheda nun wieder an, sagte Staack. Damit der Druck auf den Betrieben und am Schlachtschweinemarkt nachlasse, sei es wichtig, dass nun auch schnell wieder erhebliche Stückzahlen am Standort Rheda geschlachtet würden. Staack zufolge stehen etwa 400.000 Schweine "in der Warteschlange".

VEZG rechnet mit stabilem Schweinepreis

Die Schließung des Standorts Rheda-Wiedenbrück am 20. Juni hat den Schlachtschweinemarkt kurzfristig in heftige Turbulenzen gestürzt. Am Hauptsitz der Tönnies-Gruppe werden normalerweise wöchentlich bis zu 30.000 Schweine geschlachtet. Der Angebotsüberhang an schlachtreifen Tieren hatte die Preise auf Talfahrt geschickt. Die ISN beziffert die Verluste der Schweinehalter auf 20 Mio. Euro allein in der vergangenen Woche.

Für die kommende Schlachtwoche rechnet die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) jedoch wieder mit stabilen Schlachtschweinepreisen. Die VEZG meldet für den Zeitraum vom 16. Juli bis zum 22. Juli einen Schweinepreis von 1,47 Euro je Indexpunkt.

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