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Fleischwirtschaft

Tönnies wächst im Wurstgeschäft

am
24.06.2019

Die Tönnies-Gruppe verleibt sich wieder ein Wurstwarenhersteller ein. Die Kartellbehörden müssen aber noch zustimmen.

Werksgebäude des Unternehmens Tönnies

Die schweizerische Bell Food Group trennt sie sich vom Wurstwarengeschäft in Deutschland und verkauft dieses an die Zur Mühlen Gruppe, eine Tönnies-Tochter. Die Zur Mühlen wird laut Bell die Standorte in Suhl und Börger inklusive Mitarbeiter übernehmen.

Die Transaktion erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden. Über die Kaufmodalitäten haben die Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

Durch den Wegfall des Wurstwarengeschäfts will das Schweizer Unternehmen bei der Verwaltung und im Bereich der zentralen Dienste Anpassungsmaßnahmen vornehmen.

Wie das Unternehmen mitteilt, will man sich auf das Rohschinkensegment fokussieren und dieses weiter ausbauen.

Bell sind die Schweinepreise zu hoch

Der Markt für Fleisch- und Wurstwaren in Deutschland ist für die Bell-Gruppe im Retailbereich rückläufig. Aufgrund eines Überangebots auf dem Markt ist es schwierig, die stark steigenden Schweinepreise im erforderlichen Umfang auf die Verkaufspreise zu überwälzen.

Im Wurstwarengeschäft hat die Bell Food Group mit einem Marktanteil von weniger als 1 Prozent eine untergeordnete Marktposition und entsprechend schwache Perspektiven.

Durch den Verkauf der Wurstsparte verringert sich der Nettoerlös um rund 85 Mio. Schweizer Franken. Der Wegfall des Wurstwarengeschäfts in Deutschland wird ab 2020 einen positiven Einfluss auf Cashflow und EBIT der Bell Food Group von etwa 10 Mio. Schweizer Franken pro Jahr haben. Zudem nimmt die Abhängigkeit von den Schwankungen der Rohmaterialpreise ab.

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