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Darum macht Stefan Dürrs Ekotechnika trotz Sanktionen mehr Gewinn

John Deere Traktoren Ekotechnika
am Dienstag, 18.10.2022 - 13:37 (1 Kommentar)

Trotz der westlichen Sanktionen gegen Russland hebt die Ekotechnika AG ihre Gewinnerwartung an.

Die Nachricht überrascht zunächst: Die Ekotechnika AG, der größte Händler internationaler Landtechnik in Russland, hat im Geschäftsjahr 2021/22 offenbar mehr Umsatz und Gewinn erzielt als ursprünglich erwartet. Und dies, obwohl die Hauptlieferanten John Deere und JCB das von Stefan Dürr in Russland gegründete Unternehmen wegen des Ukraine-Krieges nicht mehr beliefern.

Trotz der Unterbrechungen in der Lieferkette hob die Ekotechnika ihre Umsatzerwartung für 2021/22 von bislang 200 Mio. bis 230 Mio. Euro auf 230 Mio. bis 240 Mio. Euro an. Das operative Ergebnis (EBIT) soll mit 33 Mio. bis 37 Mio. Euro ebenfalls besser ausfallen als die bisher prognostizierten 20 Mio. bis 30 Mio. Euro.

Wie erklärt sich der Erfolg von Ekotechnika?

Das Management der deutschen Holding erklärt die positive Entwicklung mit diesen vier Faktoren:

  1. Zu Beginn des Lieferstopps verfügte Ekotechnika über große Bestände an Neumaschinen.
  2. Das Ersatzteilgeschäft blieb stabil.
  3. Die Margen konnten substanziell angehoben werden.
  4. Währungseinflüsse verursachten in Euro ein Plus von 3 Mio. Euro.

Wie geht es mit Ekotechnika in Russland weiter?

Für das am 1. Oktober begonnene Geschäftsjahr 2022/23 rechnet die Ekotechnika AG mit einem weiterhin stabilen Umsatz von 230 Mio. Euro. Das operative Ergebnis wird niedriger erwartet als im Vorjahr, und zwar bei 24 Mio. Euro. Eine wesentliche Unsicherheit bilde die Entwicklung des Rubel-Kurses gegenüber Euro und Dollar, erläuterte das Management.

Nach eigenen Angaben konnte das Unternehmen als Ersatz für John Deere und JCB andere Lieferanten gewinnen, die sich den Sanktionen nicht angeschlossen haben. Großes Potenzial sieht die Gesellschaft außerdem im Vertrieb markenfremder Ersatzteile, auch aus russischer Produktion.

Die im Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse gelistete Aktie der Ekotechnika AG notierte gestern (17.10.) zu einem Kurs von 18,30 Euro. Damit hat sich das Papier von seinem Absturz kurz nach Kriegsbeginn in der Ukraine auf nur noch 7,10 Euro weitgehend erholt. Vor Kriegsausbruch Ende Februar hatte die Aktie über 20 Euro notiert.

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