Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Einzelhandel und Lebensmittelpreise

Übernimmt Kaufland real auf Kosten der Bauern?

KAUFLAND
am Donnerstag, 27.02.2020 - 14:24 (Jetzt kommentieren)

Der Einzelhandelsriese Kaufland will über 100 real-Märkte übernehmen. Finanziert werden soll dies offenbar durch niedrigere Einkaufspreise.

Der Einzelhandelsriese Kaufland will über 100 real-Märkte übernehmen – insbesondere in Nordrhein-Westfalen und in Norddeutschland. Nun befürchtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN), dass die Übernahme auf Kosten der Bauern durchgezogen werden soll. Nämlich durch das Drücken der Preise bei den Lieferanten.

Sollte sich diese Vorgehensweise bestätigen, kündigt die ISN heftige Reaktionen seitens der Landwirtschaft an. Hintergrund der ISN-Aussagen ist ein Bericht der Lebensmittelzeitung. Darin wird davon ausgegangen, dass ein Großteil der Kosten der Übernahme durch schlechtere Konditionen bei den Lieferanten erwirtschaftet werden soll.

Dabei gehen die Verantwortlichen bei Kaufland offenbar davon aus, dass die Ware künftig zu „besseren Konditionen“ eingekauft werden kann, als dies für real möglich war. Kaufland rechnet mit Rohertragsverbesserungen von mindestens 100 Mio. Euro pro Jahr, heißt es in dem Bericht der Lebensmittelzeitung.

Die Markt-Macht des LEH wächst

Lebensmittel Lager

Die ISN verweist außerdem darauf, dass durch die Übernahme die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel weiter zunimmt. Das heißt auch: Die Marktmacht der verbleibenden Einzelhändler wird immer größer. Für Bauern, Schlachter und Molkereien kann dies nach Einschätzung der ISN nichts Gutes bedeuten.

Deshalb wird auch die Befürchtung, dass die Lieferanten die Kosten der Übernahme zumindest teilweise zahlen sollen, als sehr realistisches Szenario eingeschätzt. Die ISN befürchtet deshalb auch, dass bei der Übernahme von real-Standorten die Produkte der Tierhaltung bei den Preisverhandlungen durch Kaufland erheblich unter Druck geraten könnten.

Das gilt vor allem dann, wenn das Motto "Hauptsache billig" weiterhin an erster Stelle als Werbeargument der deuschen Einzelhändler steht. Dieses Vorgehen passt nach Meinung der ISN zudem in keiner Weise zur aktuellen Nutztierstrategie in Deutschland. Und es passt auch nicht zu den Zielen des Einzelhandels mehr Fleisch von Tieren anzubieten, die nach höheren (teureren) Tierwohlstandards gehalten werden, heißt es weiter.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...