Login
US-Klagen

Umweltschäden wegen dreckiger Giftstoffe: Bayer-Aktie sackt weiter ab

Bayer-Hauptversammlung Proteste
am
31.05.2019
(Kommentar verfassen)

Dem Bayer-Konzern drohen weitere Rechtsstreite wegen Monsanto. Der US-Landkreis Los Angeles reichte beim kalifornischen Bundesbezirksgericht Klage ein. Grund sind dieses Mal nicht Glyphosat-Mittel, sondern Umweltschäden durch Polychlorierte Biphenyle (PCB).

Der Konzern müsse sich an den Kosten beteiligen, um Dutzende mit Chemikalien verunreinigte Gewässer zu säubern, fordern die Kläger aus Los Angeles. Für die vor Jahrzehnten verursachten Umweltschäden müsse Bayer zudem Schadenersatz und Strafe zahlen.

Bayer teilte dazu laut dpa auf Nachfrage mit, die Klage noch zu prüfen. Der Konzern gehe aber davon aus, dass die Vorwürfe haltlos seien, und kündigte an, dass er sich energisch verteidigen werde.

Nach der neuen Klage gegen Monsanto fiel die Bayer-Aktie auf den tiefsten Stand seit 2012. Die Papiere des Pharma- und Agrarchemiekonzerns verloren am Vormittag bis zu 2,58 Prozent auf 52,90 Euro.

PCB sind dreckigste Giftstoffe

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind krebsauslösende organische Chlorverbindungen. Sie wurden bis in die 1980er Jahre als Weichmacher verwendet, etwa in Lacken, Isoliermitteln, Dichtungsmassen und Kunststoffen, aber auch in Kondensatoren oder als Hydraulikflüssigkeit.

PCB zählen inzwischen zu den als dreckiges Dutzend bekannten organischen Giftstoffen. Mit dem Stockholmer Übereinkommen von 2001 wurde es weltweit verboten. In den USA ist die Chemikalie seit 1979 nicht mehr erlaubt.

Monsanto war lange einziger Hersteller von PCB

Monsanto habe die Produktion von Polychlorierten Biphenylen (PCB) vor mehr als 40 Jahren gestoppt, so Bayer. Davor sei es an die Industrie und das verarbeitende Gewerbe gegangen. Die Abnehmer hätten es für viele Zwecke verwendet. Unter den damaligen Kunden sei auch die US-Regierung gewesen.

Die Kläger werfen Monsanto nun vor, verheerende Folgen der giftigen Schadstoffe für Natur und Lebewesen jahrzehntelang verschwiegen zu haben. Das Chemieunternehmen sei von 1935 bis 1977 der einzige Hersteller von PCB in den USA gewesen.

Gegen Monsanto, das Bayer vergangenes Jahr für rund 63 Mrd. US-Dollar übernommen hatte, laufen in den USA bereits zahlreiche Klagen. Dort gibt es eine eigene Industrie zum Verklagen von Konzernen.

Bei Bayer geht es bisher zumeist um angebliche Krebsgefahren von Mitteln gegen Unkraut mit dem Wirkstoff Glyphosat. PCB dagegen haben sich überall auf der Erde ausgebreitet: Sie sind in der Atmosphäre, in Gewässern und im Boden nachweisbar.

Mit Material von dpa

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...
Auch interessant