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Verbraucher wollen keine moderne Landwirtschaft

Mechanisches Pflanzen von Setzlingen
am Donnerstag, 09.01.2020 - 14:13 (Jetzt kommentieren)

Verbraucher wissen, dass moderne Technologie dazu beiträgt, die Welt nachhaltiger zu ernähren. Doch sie wollen keine moderne Agrarproduktion.

Das zeigt eine Studie, die im Auftrag des amerikanischen Agrarkonzerns Cargill durchgeführt wurde. Mit moderner Technologie in der Landwirtschaft können wir eine wachsende Bevölkerung ernähren, die Landwirtschaft nachhaltiger gestalten und das Leben von Nutztieren verbessern, glauben 85 Prozent der 3.000 Teilnehmer an Cargills neuer Verbraucherumfrage auf drei Kontinenten.

Gleichzeitig möchte nur etwa die Hälfte aller Befragten, dass ihre Lebensmittel von einem technisch fortschrittlichen Bauernhof stammen (im Vergleich zur traditionellen Landwirtschaft) . Dagegen sind Medizin und Bildung die Branchen, in denen die Befragten den Einsatz von modernen Technologien am liebsten sehen möchten. Die Landwirtschaft steht im Ranking an dritter Stelle – noch vor der Verteidigung, dem Handwerk, dem Einzelhandel und der Ernährungsindustrie.

Noch viel Nachholbedarf

"Wir wissen, dass die Landwirte dank neuer Technologien bessere, schnellere und fundiertere Entscheidungen treffen können, um eine hungrige Welt zu ernähren und gleichzeitig den Planeten zu schützen", sagte Sri Raj Kantamneni, Chef des digitalen Geschäfts von Cargill.

„Wir wissen auch, dass die Landwirtschaft nach wie vor einer der am wenigsten digitalisierten Wirtschaftszweig der Welt ist. Das heißt auch, es gibt eine Menge Möglichkeiten  und eine Menge Bedarf  für größere Investitionen in Agrartechnologie. Um der Menschheit zu helfen, von diesen Fortschritten zu profitieren, müssen wir den Verbrauchern zunächst besser den Wert neuer Technologien erklären“, sagt  Kantamneni weiter.

Verbraucher in Südkorea am modernsten

Verbraucher

In seiner Umfrage stellte Cargill in den drei untersuchten Ländern deutlich unterschiedliche Wahrnehmungen von Agrartechnologie fest. Südkorea äußerte sich am positivsten über Hightech-Farmen  sowohl als Nahrungsquelle (70 Prozent pro) als auch hinsichtlich ihres Potenzials, die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten (95 Prozent pro).

Am besorgniserregendsten war das Ergebnis in Frankreich: Nur 37 Prozent der Befragten wollten, dass ihre Lebensmittel von einem technisch fortschrittlichen Bauernhof stammen. Verbraucher in Frankreich und den USA sind außerdem der Ansicht, dass Landwirte am meisten davon profitieren sollten, wenn Agrartechnologie die Abläufe verbessert. Die Befragten in Südkorea meinten hingegen, die Verbraucher profitieren am meisten.

In Bezug auf Technologie-Investitionen waren sich die südkoreanischen und amerikanischen Verbraucher einig, dass es oberste Priorität haben sollte, die Lebensmittelsicherheit zu verbessern. Dagegen sagten die  französischen Teilnehmer, dass Technologie in erster Linie das Wohlergehen der Tiere verbessern sollte.

Verbraucher wollen traditionelle Produkte

Gentechniker nehmen Probe von Maiskolben

42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Verwendung von Sensoren auf den Farmen, auf denen Lebensmittel erzeugt werden, begrüßen würden. 35 Prozent wären mit Künstlicher Intelligenz einverstanden. Mit robotergesteuerter oder automatisierter Arbeit (z. B. Melk-Roboter), waren nur 29 Prozent der Befragten einverstanden. Als nächstes kam die Genomik.

Ein Viertel der Befragten gab an, dass sie mit Landwirten am zufriedensten sind, die Tiere züchten, die auf genetischen Markern für wünschenswerte Merkmale basieren. Außerdem wollen nur 18 Prozent der Befragten, dass Futtermittel verwendet werden, die genetisch veränderte Zutaten enthalten. Jüngere französische und amerikanische Teilnehmer (zwischen 18 und 34 Jahren) akzeptierten mit etwas höherer Wahrscheinlichkeit als ältere Teilnehmer (über 55 Jahre) gentechnisch veränderte Futtermittel.

Keine der technischen Innovationen erreichte bei den Befragten eine Zustimmungsrate von mehr als 50 Prozent. Das korreliert auch mit dem Ergebnis „Verbraucher wünschen sich traditionelle Produkte“ als größtes Hindernis für eine Befürwortung von Technologie in der Landwirtschaft.

Mit Material von Cargill

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