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Vion

Vion investiert in „pflanzliches Fleisch“

Vion-Standort in Apeldoorn
am Donnerstag, 25.03.2021 - 13:15 (1 Kommentar)

Der Vion-Konzern hat in der Corona-Krise seinen Gewinn verdoppelt. Investitionen fließen in „pflanzliches Fleisch“ und ein Blockchain-System.

Ronald Lotgerink, CEO Vion

Der Fleischkonzern Vion hat das erste Jahr der Corona-Pandemie wirtschaftlich gut überstanden. Der Umsatz sank 2020 im Vergleich zum Vorjahr zwar – aufgrund niedrigerer Fleischpreise – um 3,1 Prozent auf 4,9 Mrd. Euro. Den Gewinn konnte das niederländische Unternehmen jedoch von 26,6 Mio. auf 52,9 Mio. Euro verdoppeln. Investitionsschwerpunkte sind eine transparente Lieferkette, die Produktion am Standort Boxtel und Fleischersatzprodukte aus Pflanzen.

Vion-Chef Ronald Lotgerink sprach bei der Bekanntgabe der Jahreszahlen heute (25.3.) dennoch von einem schwierigen Jahr für das Unternehmen. Auch 2021 werde „herausfordernd“, sagte Lotgerink. Im Markt herrsche große Unruhe bei Kunden und Verbrauchern. Die Gastronomie habe weiter mit Schließungen zu kämpfen, woran sich Vion anpasse. „In Deutschland werden die Afrikanische Schweinepest (ASP) und das neue Arbeitsschutzgesetz unsere Aufmerksamkeit erfordern“, so der Konzernvorstand.

Exportgeschäft aus Deutschland in die Niederlande verlagert

Nach eigenen Angaben hat Vion an seinen 16 Standorten in Deutschland seine ehemaligen Leiharbeiter aufgrund der veränderten Rechtslage zum Januar 2021 festangestellt. Wegen der ASP wurde der Export in Drittländer von den deutschen an die niederländischen Standorte der Gruppe verlagert.

Dass der Gewinn trotz der Corona-Krise deutlich gesteigert werden konnte, erklärt der Vorstand mit besseren Ergebnissen im Geschäft mit Rindfleisch und mit dem Einzelhandel. Der Geschäftsbereich Schwein hatte hingegen laut Vion aufgrund von Corona und ASP mit höheren Kosten bei zugleich sehr niedrigen Schweinepreisen zu kämpfen. Der außergewöhnlich hohe Export des Jahres 2019 nach China ging zurück. Zwei Lockdowns wirkten sich außerdem negativ auf das Geschäft mit Großverbrauchern aus.

Erfolgreicher Start im veganen Segment

Eine Erfolgsgeschichte sieht Vion in Fleischersatzprodukten. Vegane Produkte hätten sich im Berichtsjahr schnell bei führenden Einzelhändlern etabliert, stellte die Konzernleitung fest. Das pflanzliche Start-up „ME-AT“ habe im ersten Geschäftsjahr einen guten Start hingelegt.

Für mehr Transparenz in der Lieferkette will Vion ein System der DNA-Rückverfolgbarkeit und eine Blockchain einführen. In Zusammenarbeit mit Tierschutzorganisationen kommt in den Werken zudem eine Kameraüberwachung unter Verwendung von künstlicher Intelligenz zum Einsatz.

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