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Vion rechnet wegen Corona mit schlechterer Wertschöpfung

Ein Metzger mit einer Schale Hackfleisch
am Montag, 30.03.2020 - 11:51 (Jetzt kommentieren)

Hackfleisch statt Filet: Vion rechnet wegen Corona mit einer schlechteren Wertschöpfung aus dem Schlachttier.

Der Absatz von Fleisch an Restaurants und Hotels ist nahezu zum Erliegen gekommen, denn diese Betriebe haben in der Corona-Krise überwiegend geschlossen. Hingegen haben die Lieferungen von Fleisch und Fleischwaren an den Lebensmitteleinzelhandel deutlich zugenommen. Das berichtet der niederländisch-deutsche Schlachtkonzern Vion.

Der deutsche Durchschnittskonsument weiß aber mit einem Rinderfilet und anderen Edelteilen vom Rind oder Schwein in der Küche wenig anzufangen. Daher steigt der Umsatz mit leicht zuzubereitendem Hackfleisch.

Doch das hat Folgen für die Wertschöpfung: Wenn mehr Teile des Schlachtkörpers in preiswerte Produkte gehen, verschlechtert sich die Fleischverwertung. Das wird die Margen beziehungsweise die Einkaufspreise belasten.

ASP eröffnet in Asien nach wie vor Chancen

Ronald Lotgerink, CEO Vion

Vion sieht das neue Geschäftsjahr daher wegen der Corona-Pandemie durch große Unsicherheit geprägt. Allerdings biete Asien auch 2020 nach wie vor Chancen, unter anderem aufgrund der hartnäckigen Afrikanischen Schweinepest (ASP), berichtet das Unternehmen.

Schon das Geschäftsjahr 2019 hat der Schlachtriese vor allem dank der gestiegenen asiatischen Nachfrage nach Schweinefleisch mit einem höheren Umsatz und Gewinn abgeschlossen. „Vion blickt auf ein erfolgreiches Jahr mit guten Ergebnissen und einer starken Bilanz zurück“, sagte Vorstandschef Ronald Lotgerink anlässlich der Vorlage des Geschäftsberichts.

Landwirtschaft stärker in die Produktionskette einbinden

Der Schlachtkonzern konnte seinen Umsatz 2019 gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro steigern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde erheblich verbessert von 16,8 Millionen auf 36,4 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr fiel auch der Startschuss für die Strategie „Building Balanced Chains“, die auf Nachhaltigkeit, Klima- und Tierschutz ausgerichtet ist. Teil der Strategie ist, die Landwirtschaft stärken in die Produktionskette einzubinden, so das Unternehmen.

Lieferkette für pflanzlichen Fleischersatz aufgebaut

Vion hat den Umbau der Strukturen im Konzern und des Portfolios im vergangenen Jahr fortgesetzt. So investierte das Unternehmen 35 Millionen Euro in das Werk Boxtel, um die Lieferkette bei Schweinefleisch zu verkürzen. Der Rinderschlachtbetrieb in Leeuwarden, Niederlande, wurde zu einer Produktionsstätte für pflanzliche Ersatzprodukte umgebaut. Mit „ME-AT“ wurde eine neue Lieferkette für pflanzliches Eiweiß für Einzelhandelsketten geschaffen.

Der bisherige Mischbetrieb in Altenburg, Thüringen, hat die Schweineschlachtung eingestellt. Dort investiert Vion in die Rinderschlachtung. Allerdings verzeichnet die Rindfleischsparte des Konzerns sowohl eine rückläufige Nachfrage als auch ein geringeres Angebot. Belastend wirken sowohl die Maßnahmen zur Senkung der Phosphatüberschüsse in den Niederlanden als auch der Import von Rindfleisch aus Südamerika.

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