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Lebensmittelpreise

Wegen teurer Dünge- und Futtermittel: Aldi erhöht die Preise deutlich

Eingang des eines Aldi-Discounter
am Freitag, 01.04.2022 - 11:07 (3 Kommentare)

Verbraucher in Deutschland bekommen die Folgen des Ukraine-Kriegs nicht nur beim Tanken und Heizen zu spüren. Auch Lebensmittel werden deutlich teurer. Ein Ende des Preisanstiegs ist nicht in Sicht.

Die Lebensmittelpreise in Deutschland dürften nach Einschätzung der Handelsbranche weiter deutlich zulegen - und bei Aldi wird das schon ab Montag zu spüren sein. Schon vor Ausbruch des Ukraine-Krieges seien im Handel die Preise „über die Produktpalette hinweg“ um gut fünf Prozent gestiegen, sagte Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). Dies sei Folge der gestiegenen Energiekosten gewesen.

„Die zweite Welle an Preissteigerungen kommt, und die wird sicherlich zweistellig“, sagte Sanktjohanser. Erste Handelsketten hätten schon damit begonnen, Preise anzuheben. „Wir werden das zeitnah überall in den Supermärkten an den Preisschildern sehen können.“ Es werde „erst einmal keine anhaltende Abwärtsbewegung mehr bei den Preisen geben“, so Sanktjohanser. Kürzlich hatten bereits Handelsketten wie Aldi, Edeka und Globus Preiserhöhungen angekündigt.

Welche Lebensmittel werden ab Montag teurer?

Aldi macht am Montag abermals ernst: Fleisch, Wurst und Butter werden dann „deutlich teurer“, wie Aldi-Nord-Kommunikationschef Florian Scholbeck der dpa in Essen sagte. Grund hierfür seien höhere Preise, die Aldi seinen Lieferanten zahlen müsse. „Seit Beginn des Ukraine-Krieges gibt es Sprünge bei den Einkaufspreisen, die wir so noch nicht erlebt haben.“

Dies liege auch daran, dass sich Futter- und Düngemittel sowie Energie verteuert hätten. Das wiederum bekämen die Landwirte bei ihrer Viehhaltung und die fleischverarbeitende Industrie zu spüren. Zuvor hatte die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ über die Preiserhöhungen berichtet. Der Zeitung zufolge sieht sich auch Aldi Süd veranlasst, die Preise anzuheben. Die Erhöhungen fallen je nach Produkt unterschiedlich aus.

Ist die Lebensmittelversorgung in Deutschland gesichert?

Aldi hatte bereits vor zwei Wochen die Preise für etwa 160 Artikel erhöht, eine Woche später verteuerten sich 20 weitere Artikel. Wettbewerber zogen nach. Aufgrund der Situation auf den Weltmärkten ließen „sich steigende Verkaufspreise in der gesamten Branche [...] nicht immer vermeiden“, teilte zum Beispiel Edeka vergangene Woche mit.

Laut einer unlängst publizierten Befragung des Ifo-Instituts planen fast alle Firmen aus Deutschlands Nahrungs-Einzelhandel Preiserhöhungen. Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, die Versorgung mit Lebensmitteln sei absehbar für ein Jahr gesichert. „Aber über diesen Zeithorizont hinaus ist es schwierig mit einer Prognose.“

Krüsken: Längst überfälliges Signal

Als einen notwendigen und folgerichtigen Schritt sieht der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, die von Aldi angekündigten Preiserhöhungen bei Lebensmitteln: „Diese Anpassungen sind überfällig und spiegeln nicht nur die aktuellen Marktverwerfungen und Kostensteigerungen in der Erzeugung, sondern auch die ersten Kosten des Transformationsprozesses der Branche. Jetzt kommt es auch darauf an, dass das Geld nicht in der Vermarktungs- und Verarbeitungskette hängen bleibt, sondern auch auf den Betrieben ankommt.“

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