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Bio-Lebensmittel

Weniger Bio-Milch und -Getreide aus dem Ausland

Überseecontainer
am Donnerstag, 07.05.2020 - 07:05 (Jetzt kommentieren)

Die Importe vieler Bio-Produkte nach Deutschland sind im Wirtschaftsjahr 2018/19 zurückgegangen. Grund dafür ist der steigende Selbstversorgungsgrad, berichtet das Informationsportal Ökolandbau.de.

Besonders bei einigen Bio-Getreidearten und auch bei Bio-Milch ist der Importanteil gesunken. Seit 2016 haben immer mehr deutsche Landwirtschaftsbetriebe auf Bio umgestellt. Die inländische Bio-Produktion, die lange Zeit der Nachfrage in Deutschland hinterherhinkte, kann stärker zur Versorgung beitragen und drängt bei verschiedenen Produkten die Einfuhren zurück. So ist im Biosektor allein von 2015 bis 2019 die Milchproduktion um 62 Prozent gewachsen, die Ackerfläche ist 53 Prozent größer geworden, die Schweinebestände um 57 Prozent und das Grünland 43 Prozent. Ökolandbau.de bezieht sich bei diesen Angaben auf die Ergebnisse einer AMI-Studie.

Produktion von Getreide, Milch und Äpfeln stark gewachsen

Bio-Importe AMI

Die Bio-Getreideimporte sind 2018/19 das zweite Jahr in Folge zurückgegangen. Der Importanteil über alle Getreidearten betrug damit nur noch 17 Prozent, 2016/17 lag er noch bei 26 Prozent. Der Importanteil bei Milch – umgerechnet in Milchäquivalent – ist leicht auf 29 Prozent gesunken. Bei einer inländischen Produktion von 1,185 Mrd. Kilogramm ist die Importmenge 2019 bei knapp 500 Millionen kg stabil geblieben. 2015 lag der Importanteil noch bei 33 Prozent.

Auch bei Äpfeln sind die Importraten deutlich gesunken. In den zurückliegenden Jahren wurde die Nachfrage in Deutschland zu 60 Prozent mit Ware aus dem europäischen Ausland und aus Übersee bedient. Dies hat sich 2018/19 grundlegend geändert. Die europäischen Bio-Apfelerzeuger haben eine Rekordernte eingefahren, in Deutschland hat sich die Erntemenge gegenüber den Ausfalljahren 2016 und 2017 fast verdoppelt. Einfuhren aus Übersee, die sonst nach dem deutschen und europäischen Saisonende in großen Mengen nach Deutschland kamen, waren nahezu überflüssig.

Auch in der Vermarktungskampagne 2019/20 dürften durch erneute Flächenzuwächse mit der großen Erntemenge nur wenige Importe nötig sein. Anders als in den Jahren vor der Saison 2018/19 werden auch in den Frühjahrs- und Sommermonaten noch Bio-Äpfel aus inländischer Ernte verfügbar sein.

Zur Studie

Alljährlich analysiert die AMI die Einfuhren der wichtigsten Bio-Produkte nach Deutschland. Basis für die Auswertung der Entwicklung sind eine Befragung von mehr als 370 importierenden Unternehmen in Deutschland, Gespräche mit Branchenkennern und die Analyse des GfK-Haushaltspanels. 

Das Internetportal www.oekolandbau.de ist das größte deutschsprachige Online-Informationsportal zum ökologischen Landbau und eine zentrale Maßnahme des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Es wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziert.

Hätten Sie es gewusst? Durchschnittlich fünf Bauern pro Tag stellten 2019 ihren Betrieb auf Bio um. 
Lesen Sie hierzu einen Beitrag aus der aktuellen agrarheute Ausgabe Mai 2020: "Bio-Milch und -Getreide: Jetzt umstellen oder nicht?"
 

Mit Material von oekolandbau.de

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