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Schlachtbranche

Westfleisch: Rekordjahr bringt höhere Dividenden und Sonderboni

Westfleisch-Steakproduktion
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Josef Koch, agrarheute
am
21.06.2018

Die Westfleisch hat ein gutes Jahr hinter sich. Umsatz und Schlachtungen lagen auf Rekordhöhe. Nun sollen Landwirte davon profitieren.

Westfleisch-Vorstand-2018

Westfleisch hat das Geschäftsjahr 2017 mit Rekorden bei Umsatz, Absatz und Schlachtungen abgeschlossen. Das erklärten die geschäftsführenden Vorstandsmitglieder Carsten Schruck (44), Steen Sönnichsen (50) und Johannes Steinhoff (54) auf der gestrigen Generalversammlung der Westfleisch SCE. 

„Gegen den Trend der bundesweit rückläufigen Fleischerzeugung konnten wir unsere Schlachtzahlen und den Fleischabsatz steigern und zufriedenstellende Ergebnisse erzielen“, erklärte Finanzvorstand Carsten Schruck. Er kündigte eine gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent höhere Dividende an: Die eingelegten Geschäftsguthaben der Anteilseigner und landwirtschaftlichen Mitglieder werden mit 4,2 Prozent verzinst. Zusätzlich wird ein nach Tierarten gestaffelter Sonderbonus in einer Gesamthöhe von rund 3 Millionen Euro ausgeschüttet.

Neue Höchstmarken

„Der Konzernumsatz stieg im vergangenen Jahr um 11,4 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro“, sagte Schruck. „Das ist ein neues Allzeithoch in der Unternehmensgeschichte.“ Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibung (EBITDA) legte um 16 Prozent auf 71,3 Millionen Euro zu.

Trotz des negativen Bundestrends in der Fleischerzeugung konnte Westfleisch nach eigenen Angaben seine Produktionszahlen verbessern: 8,26 Millionen Schweine inklusive Sauen wurden 2017 geschlachtet. Das sind 2,7 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2016. Für Großvieh, also Bullen, Kühe und Kälber, erhöhten sich die Mengen um 1,5 Prozent auf rund 424.000 Tiere.

„Beim Absatz legten auch unsere Tochterunternehmen WestfalenLand und Gustoland zu. Im Bereich ‚Convenience-Produkte‘ und ‚SB-Frischfleisch‘ konnten wir unsere Position weiter festigen“, ergänzte Johannes Steinhoff, der im Vorstand für den Bereich Weiterverarbeitung verantwortlich ist.

Fast die Hälfte geht in den Export

Das Auslandsgeschäft spielt für den Absatz nach wie vor eine tragende Rolle, die Exportquote lag bei rund 44 Prozent. Doch gab es Unterschiede zum vorangegangenen Geschäftsjahr: Boomten in 2016 noch die Ausfuhren in Drittländer, allen voran in die Volksrepublik China, waren die Exporte dorthin in 2017 rückläufig (-4,8 Prozent).

Beflügelt zeigte sich hingegen das Geschäft im EU-Binnenmarkt: Hier stiegen die Ausfuhren deutlich um 10,5 Prozent und konnten so den Drittland-Rückgang in Teilen ausgleichen.

Mit dem Versicherungsleistungen aus dem abgebranntnen Standort Paderborn will Westfleisch vor allem in die Sparte Schwein investieren, um international konkurrenzfähig zu bleiben.

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