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Westfleisch stellt Schweineschlachtung in Gelsenkirchen ein

leere Fleischerhaken
am Dienstag, 17.08.2021 - 11:14 (Jetzt kommentieren)

Der Schlachtkonzern Westfleisch konzentriert seine Schlachtkapazitäten weiter. Im Fleischcenter Gelsenkirchen werden ab Oktober keine Schweine mehr geschlachtet.

Wie das Unternehmen bekannt gab, sollen die Schweineschlachtungen in Gelsenkirchen bereits Anfang Oktober eingestellt werden. An diesem Standort waren im vergangenen Jahr knapp 970.000 Schweine an die Haken genommen worden; das entsprach gut 12 Prozent aller Schweineschlachtungen der Genossenschaft.

Künftig sollen die Schlachtschweine stattdessen an die Westfleisch-Standorte Hamm, Oer-Erkenschwick und Coesfeld geliefert werden. Die gesamte Schlachtkapazität soll sich dadurch nicht ändern. Westfleisch hatte den Schlachthof in Gelsenkirchen erst vor fünf Jahren gekauft, nachdem das Werk in Paderborn bei einem Großbrand vernichtet worden war.

Schweineschlachtungen in Hamm werden ausgeweitet

Die Stilllegung in Gelsenkirchen ist Teil des Strukturprojekts „Westfleisch 2025“. Im Rahmen dieses Konzepts hatte das Unternehmen zuletzt im Frühjahr die Schlachtung und Zerlegung von Rindern aus Hamm auf die Standorte Lübbecke und Bakum verlagert. Nun soll der Standort Hamm als reiner Schweineschlachtbetrieb möglichst schnell auf zwei Produktionsschichten täglich umgestellt werden.

Nach den Worten von Carsten Schruck, Finanzvorstand der Westfleisch SCE, werden die 140 Beschäftigten in Gelsenkirchen allesamt ein Arbeitsplatzangebot innerhalb der Unternehmensgruppe erhalten.

Über die künftige Nutzung des Schlachthofs in Gelsenkirchen wurde laut Westfleisch noch keine abschließende Entscheidung getroffen.

Schweineschlachtungen gehen rasant zurück

Die Schweineschlachtungen sind in Deutschland zuletzt deutlich zurückgegangen. Mit 53,2 Millionen geschlachteten Tieren sank die Zahl der geschlachteten Schweine 2020 gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Im laufenden Jahr liegen die Schlachtungen bis einschließlich der ersten August-Woche kumuliert nochmals um 4,8 Prozent unter dem bereits niedrigen Niveau der Vorjahreslinie.

Ursachen sind die Corona-Pandemie und das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Sie haben den Markt für Schlachtschweine kräftig durcheinandergewirbelt. Die Lockdowns der Gastronomie und der Gemeinschaftsverpflegung taten ihr Übriges. Einige Schlachtstandorte mussten im vergangenen Jahr zur Corona-Bekämpfung vorübergehend schließen, so auch das Westfleisch-Werk Coesfeld. Insgesamt reduzierte Westfleisch, der drittgrößte Schlachtkonzern in Deutschland nach Tönnies und Vion, seine Schweineschlachtungen im vergangenen Jahr um 3 Prozent und schrumpfte damit etwas weniger als der Gesamtmarkt.

Nach einer  Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY und der Universität Göttingen könnte die deutsche Schweineproduktion im laufenden Jahr um mehr als 10 Prozent zurückgehen.

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