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Schlachtbranche

Westfleisch zahlt Sonderboni für Vertragsbauern

am
18.06.2019

Obwohl die Westfleisch 2018 weniger verdiente, zahlt sie eine unveränderte Dividende und 3 Mio. Euro Sonderboni an Mitglieder.

Westfleisch-Vorstand-2019

Der Konzernumsatz der Westfleisch ging im Gesamtgeschäftsjahr 2018 zurück. Die Genossenschaft erwirtschaftete knapp 2,6 Milliarden Euro oder 7,6 Prozent weniger.

Der Jahresüberschuss sank um 0,9 Mio. Euro oder 7 Prozent auf 11,7 Mio. Euro. Er liegt aber laut Genossenschaft historisch noch immer auf einem guten Niveau. Die Höhe der ausgeschütteten Dividende auf die Geschäftsguthabeneinlage bleibt unverändert bei 4,2 Prozent.

Zudem partizipieren Anteilseigner und Vertragspartner über die Ausschüttung eines stattlichen Sonderbonus an der Entwicklung des Unternehmens: Über alle Tierarten schüttet die Genossenschaft Sonderboni von rund 3 Mio. Euro an die Vertragslandwirte aus. 

Die Sonderboni teilen sich wie folgt je Tier auf:

  • Schwein: 40 Cent
  • Sau: 3 Euro
  • Großvieh: 8 Euro
  • Kalb: 4 Euro
  • Ferkel: 20 Cent
  • Nutzvieh-Kälber: 2 Euro

Vorstand zufrieden mit Bilanzergebnissen

Westfleisch-Vorstand Schruck

Trotz der rückläufigen Ergebnisse konnte sich Westfleisch 2018 erfolgreich vom negativen Branchentrend lösen, wie die geschäftsführenden Vorstände Carsten Schruck, Steen Sönnichsen und Johannes Steinhoff auf der diesjährigen Generalversammlung des münsterschen Fleischvermarkters erklärten. „Trotz außerordentlicher Herausforderungen blieb Westfleisch auch im Geschäftsjahr 2018 auf Erfolgskurs“, sagte Carsten Schruck gestern auf der Generalversammlung.

Beim Eigenkapital kann Westfleisch einen neuen Rekord vermelden: Es wuchs um rund 12 Prozent auf 215,3 Millionen Euro. Zudem erreichten die Verbindlichkeiten ein historisch niedriges Niveau. „Wir sind also gut gerüstet, um unser Standortstrukturprojekt ‚Westfleisch 2025‘ erfolgreich mit Leben zu füllen“, sagte Schruck. Die Eigenkapitalquote kletterte so auf 35,1 Prozent. Im Bilanzjahr 2017 betrug sie 34,2 Prozent.

Die Verbindlichkeiten seien indes auf ein historisch niedriges Niveau gesunken, versichert Vorstand Schruck.

Mehr Schweine und Rinder geschlachet

Westfleisch-Burger

Bei den Schlachtzahlen konnte sich die Genossenschaft erfolgreich gegen den allgemeinen Branchentrend stemmen. 2018 schlachtete Westfleisch knapp 7,9 Mio. Schweine. Das waren 4,6 Prozent weniger. Ohne die stark rückläufigen Lohnschlachtungen bedeutet dies im Vergleich zu 2017 ein Plus von 1,6 Prozent, teilt Westfleisch mit.

Im gleichen Zeitraum schlachtete Westfleisch 425.000 Rinder oder 0,2 Prozent mehr. Zum Vergleich: In beiden Disziplinen musste der deutsche Gesamtmarkt 2018 ein Minus von jeweils rund 3 Prozent hinnehmen.

Der Nutzviehabsatz indes verbuchte mit knapp 2,2 Mio. Tieren ein Plus von 5,9 Prozent.

„Besonders erfreulich war in den vergangenen 12 Monaten das Wachstum in den Weiterverarbeitungsbetrieben bei unseren Tochterunternehmen Gustoland und WestfalenLand. In den Bereichen ‚Convenience-Produkte‘ und ‚SB-Fleisch‘ haben wir den Absatz um 6,9 Prozent auf 168.755 t im Vergleich zum Vorjahr steigern können“, erklärte Johannes Steinhoff.

Hier konnte Westfleisch deutlich gegen den Trend wachsen: Die vergleichbare deutsche Gesamtmarktkategorie „Fleischerzeugung Rotfleisch“ gab um 2,7 Prozent nach.
 

Schwache Preise sind schuld am Umsatzrückgang

Westfleisch-Vorstand Sönnichsen

Dass es trotz gestiegener Schlachtzahlen zu sinkenden Erlösen gekommen ist, erklärten die geschäftsführenden Vorstände mit den im vergangenen Jahr lange auf niedrigem Niveau verharrenden Preisen.

„Gerade bei Schlachtschweinen war das Preisniveau 2018 enttäuschend“, betonte Steen Sönnichsen. „Aufgrund des deutlich gesunkenen Schweinepreises waren unserer Umsatzerlöse 2018 zwangsläufig geringer als 2017.“

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Hohe Schweinepreise erwartet

Perspektivisch erwartet der Vorstand mit Blick auf die drei großen Trends weitere Marktbereinigung, bundesweit rückläufige Fleischerzeugung und global steigende Nachfrage nach Fleisch. Die Afrikanische Schweinepest in China wird für ein Einpendeln der Schweinepreise auf hohem Niveau.

„Gute Aussichten für die Landwirtschaft“, fasst Sönnichsen die Entwicklung zusammen. „Endlich wird die hervorragende Arbeit der Landwirte wieder angemessener entlohnt. Das gibt Mut und Zuversicht für die wirtschaftliche Zukunft.“

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