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Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Fleischersatz und vegane Produkte

Will keiner mehr veganes Fleisch essen? Beyond Meat stürzt ab

Beyond Meat.
am Donnerstag, 04.11.2021 - 15:27 (1 Kommentar)

Beyond Meat, der „Erfinder“ der pflanzlichen Fleischalternativen, ist nicht mehr Liebling der Börsen und Zukunftsforscher.

Beyond Meat.

Das irgendetwas mit dem Unternehmen nicht stimmt, zeigt zuerst der Aktienmarkt. Während andere Unternehmen der Lebensmittelbranche, zum Teil schon während der Corona-Krise, oder spätestens danach, starke Wachstumszahlen vorweisen können, stürzt der Hersteller von Fleischersatz-Produkten an den Börsen immer weiter ab und verliert an Wert.

Seit seiner Gründung vor über 10 Jahren hat sich Beyond Meat (BYND) zunächst zu einem führenden Anbieter von pflanzlichen Fleischalternativen entwickelt. Die Produktlinie des veganen Fleischunternehmens ist mittlerweile an 122.000 Einzelhandels- und Gastronomiestandorten in mehr als 80 Ländern zu finden. Nach dem Börsengang im Mai 2019 schoss die BYND-Aktie einige Monate später um 859 % auf ein Allzeithoch.

Seit dem ist Kursentwicklung jedoch alles andere als erfolgreich. Seit dem Sommer hat die Aktie in New York ein Drittel an Wert verloren und vom letzten Kurshoch im Januar ist das Unternehmen 45 Prozent entfernt.

Beyond Meat selbst macht für den Umsatzrückgang und den Kurssturz mehre Faktoren verantwortlich. Zum einen die Folgen der Covid-Delta-Variante und zudem erhebliche Vertriebsprobleme. Außerdem litt das Unternehmen im letzten Quartal unter erheblichen Arbeitskräftemangel.

Doch auch andere Faktoren setzen dem Alternativen Fleischhersteller zu. So hat der Rivale Impossible Foods die Einführung einer neuen Hühnerfleischalternative angekündigt. Die fleischlosen Chicken Nuggets von Impossible sollen im Einzelhandel und auch in Restaurants zu kaufen sein.

Beyond Meat hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt?

Ertsatzfleisch.

Unserer Ansicht nach hat BYND die zugrunde liegenden Probleme, die sich auf seine Ergebnisse auswirken, noch nicht vollständig erfasst, insbesondere in Bezug auf die Unterscheidung von Covid-bezogenen Problemen und den Auswirkungen der steigenden Konkurrenz bei pflanzlichem Fleisch und einer schwächeren Verbrauchernachfrage aufgrund von entweder zu hohen Preisen, oder enttäuschenden Geschmacks- oder Gesundheitsproblemen“, schrieb der Analyst Arun Sundaram in einer Mitteilung

„Wir investieren weiterhin erheblich in unser langfristiges Wachstum hier in den USA und im Ausland“, sagte BYND-CEO Ethan Brown in einer Pressemitteilung. Er fügte hinzu, dass der jüngste Anstieg der Covid-Fälle kurzfristig „die Nachfragemuster weiter stören“ könnte.

Der Foodservice-Umsatz von Beyond hat sich nach dem Lockdown und den Restaurantöffnungen zwar etwa verdreifacht und erreichte wieder 149,4 Millionen US-Dollar. Aber die Lebensmittelverkäufe – die ein Drittel des Geschäfts von Beyond ausmachen – blieben im letzten Quartal deutlich zurück.

Darüber hinaus wurde das Ergebnis durch neue der Investitionen und durch deutlich höhere Fracht- und Logistikkosten belastet.Die Aktien von Beyond Meat fielen Ende Oktober zeitweise auf ein 52-Wochen-Tief, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass die Umsätze auch im dritten Quartal niedriger ausfallen als zuvor prognostiziert. Beyond sagte, dass es einen Nettoumsatz von 106 Millionen US-Dollar erwartet, was unter seinem früheren Ausblick von 120 Millionen US-Dollar bis 140 Millionen US-Dollar lag

Ausverkauf könnte weitergehen

Beyond Meat Aktie.

Der Analyst Jefferies Rob Dickerson sagte, „der Ausverkauf bei BYND spiegelt nicht nur das enttäuschende Ergebnis wider, sondern wirft auch eine "Reihe von Fragen zum Wettbewerbsumfeld, der Nachfragelandschaft und der Rentabilität" auf.

Der Analyst rechnet mit anhaltenden Vertriebs- und Logistik-Problemen, Kosteninflation und geringerem Gewinn in Kombination mit einer attraktiveren Preisstrategie“, die kurzfristig „die Unternehmensgewinne weiter in die roten Zahlen treiben dürften“.

Aus Anlagesicht ist der Analyst der Meinung, dass der Druck auf das Unternehmen nicht nachlassen wird, und sagt, dass eine Erholung in naher Zukunft zweifelhaft ist. „Angesichts des Umsatzrückgangs im dritten Quartal und vieler offener Fragen könnten Investoren und Anleger angesichts des vorerst langsamer als erwarteten Wachstums ihr Engagement in Frage stellen“, erklärte Dickerson.

Unter den Analysten der Wall Street ist Dickersons Einschätzung sogar noch eine der positiveren. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen in den kommenden Monaten weiter unter erheblichem Druck bleiben wird.

Kommentar

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