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Pflanzenzüchtung

Zuckerrüben versüßen KWS-Bilanz

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Norbert Lehmann, agrarheute
am
26.10.2017

Das Züchtungsunternehmen KWS hat im vergangenen Geschäftsjahr gut verdient. Erstmals seit 2013 steigt die Dividende.

Die Abschaffung der EU-Zuckerquoten hat dem Weltmarktführer für Zuckerrübensaatgut das Geschäftsjahr 2016/17 versüßt. Der Umsatz der KWS Gruppe, Einbeck, stieg gegenüber dem Vorjahr zwar nur um 3,7 % auf 1.075,2 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lagt mit 131,6 Mio. Euro aber um 16,7 % über der Vorjahreslinie. Den Löwenanteil zu dem besseren Ergebnis trug die Zuckerrübe bei: Das Segment steigerte das Ergebnis um mehr als ein Viertel auf 150,9 Mio. Euro. KWS profitierte von einer deutlichen Ausweitung des Zuckerrübenanbaus in der Europäischen Union und Osteuropa.

Im laufenden Geschäftsjahr wird KWS die herbizidtolerante Zuckerrübe Conviso Smart in ersten Ländern auf den Markt bringen.

Weniger Mais in China und den USA

Im Segment Mais, in dem die KWS neben Mais auch Soja zusammenfasst, legte im Berichtsjahr um 3,8 % auf 825,3 Mio. Euro Umsatz zu. Dabei konnten die Einbecker in Südamerika mehr Mais- und Sojasaatgut verkaufen. Auch das europäische Ölsaatengeschäft verlief positiv. Dagegen ging der Absatz von Maissaatgut in Europa, Nordamerika und China zurück. Das Ergebnis der Sparte Mais verschlechterte sich leicht auf 58,2 Mio. Euro.

Roggen für KWS wichtigstes Getreide

Im Segment Getreide führten die Abwertung des britischen Pfunds und rückläufige Roggenumsätze in Deutschland zu einem Umsatzrückgang um 7,4 % auf 109,3 Mio. Euro. Die Raps- und Gerstenumsätze waren leicht rückläufig. Roggen blieb mit 40 % der Hauptumsatzträger des Getreidesegments. Das EBIT des Segments stieg von 9 auf 10,3 Mio. Euro.

Die Umsatzerlöse des Segments Corporate werden im Wesentlichen durch die landwirtschaftlichen Betriebe der KWS in Deutschland erwirtschaftet. Sie betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 4,8 Mio. €. Zudem werden dem Segment sämtliche übergreifenden Kosten zugeordnet. Dazu gehören Aufwendungen für alle zentralen Funktionen der Gruppe und langfristige Forschungsprojekte. Das Segmentergebnis EBIT fällt somit immer deutlich negativ aus. Es erreichte im Berichtsjahr ein Minus von 60,6 Mio. Euro nach 50,1 Mio. Euro im Vorjahr.

Positiver Ausblick

Erstmals seit 2013 will die KWS Gruppe die Dividende für ihre Aktionäre anheben. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung im Dezember 2017 eine Erhöhung um 20 Cent auf 3,20 Euro je Aktie vorschlagen. Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Aktionäre würden hiermit 21,1 Mio. Euro des Bilanzgewinns der KWS SAAT SE ausgeschüttet.

Für das laufende Geschäftsjahr 2017/18 erwartet der Vorstand derzeit einen leicht steigenden Umsatz und eine zweistellige EBIT-Marge, die jedoch unter dem Vorjahreswert von 12,2 % liegen wird.

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