Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Verkehrssicherheit

Wie Aquaplaning entsteht – und wie es sich verhindern lässt

Pkw auf einer Landstraße bei starkem Regen
am Donnerstag, 15.07.2021 - 14:00 (Jetzt kommentieren)

Wer bei niederschlagsreichem Wetter mit dem Auto unterwegs ist, muss sich besonders darauf konzentrieren, die Kontrolle über sein Fahrzeug zu behalten. Wie Sie der Aquaplaning-Gefahr zusätzlich vorbeugen können, erfahren Sie hier.

Wenn komplett überflutete Straßen nicht mehr befahrbar und Wassermassen in die Häuser eingedrungen sind – wie aktuell vor allem im Norden und Nordwesten Deutschlands –, steht Aquaplaning auf dem Notfallplan sicher nicht an erster Stelle. Trotzdem ist vor und nach den schlimmsten Phasen eines Unwetters besondere Vorsicht auf den Straßen geboten.

Denn gerade auf dem Land sind Sie auf das Auto angewiesen - manchmal sogar dann, wenn das Verlassen des Hauses eigentlich nicht ratsam ist. Hinzu kommt vermutlich, dass die Straßen bei Ihnen im ländlichen Raum nicht im besten Zustand sind, weshalb bei Starkregen das richtige Agieren auf der Straße umso wichtiger ist. 

Und dass sich die heftigen Niederschläge aus dem bisherigen Sommer nicht auch in den nächsten Wochen fortsetzen werden, ist nicht auszuschließen. Wie Sie sich neben einer hohen Wachsamkeit noch durch praktische Tricks vor der Wasserglätte schützen können, hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) aus aktuellem Anlass zusammengefasst.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Aquaplaning treffen

Verkehrsschild mit Warnung vor Aquaplaning

Steht die Fahrbahn plötzlich unter Wasser und es droht der Kontrollverlust über das Auto, ist das Verringern der Geschwindigkeit die einzige Sofortmaßnahme, auf die Sie zurückgreifen können. Je schneller Sie fahren, desto eher kann Aquaplaning entstehen. Dabei ist die Gefahr umso größer, je dicker der Wasserfilm auf der Straße ist. Wie der DWD erklärt, kommt es bei der Dicke des Wasserfilms nicht nur auf die Intensität des Niederschlags (also auf die Niederschlagsmenge pro Zeiteinheit), sondern gleichzeitig auf die Möglichkeit für die Wassermengen an, von der Straße abzufließen.

Im Vorfeld können Sie sich vor dem Aquaplaning wappnen, indem Sie die Bereifung Ihres Autos überprüfen. Ist das Reifenprofil, also die Form und Tiefe der Reifen, nicht mehr gut ausgeprägt, steigt das Risiko. Außerdem neigen die Reifen umso mehr zum Aufschwimmen auf dem Wasserfilm, je breiter sie sind.

Beim Wechseln beziehungsweise Überprüfen Ihrer Reifen sollten Sie laut DWD ein paar weitere Dinge beachten: Eine bessere Fahrdynamik können Sie unterstützen, indem die Reifen mit dem ausgeprägteren Profil auf die Hinterachse montieren. Weiterhin sollten Sie einen zu geringen Reifendruck vermeiden, da dieser die Kontaktfläche mit der Fahrbahn vergrößert und schließlich die Bildung eines Wasserkeils unter dem Reifen begünstigt. Darüber hinaus neigt sich die Aufstandsfläche der Reifen bei zu niedrigem Druck nach innen, wodurch das Wasser dann nicht mehr so leicht zur Seite gedrängt werden kann.

Um den Druck des Fahrzeugs auf die Fahrbahn stabil zu halten, müssen zudem die Stoßdämpfer in einem guten Zustand sein. Andernfalls gelangt bei kurzzeitig verringertem Druck schneller Wasser unter die Reifen.

Weitere Gefahrenquellen erkennen

Nicht nur die mechanischen Eigenschaften des Fahrzeugs haben einen Einfluss auf Aquaplaning. Hinzu kommen der Belag und die Bauart der Fahrbahn. In Senken, Wendepunkten von S-Kurven, Unterführungen und vielspurigen Straßen kann sich Wasser verstärkt ansammeln. Unebenheiten der Fahrbahn führen zu einer schwankenden Dicke des Wasserfilms und erfordern bei hohen Niederschlagsmengen eine besondere Konzentration sowie ein Drosseln der Geschwindigkeit.

Der DWD rät dazu, in Situationen mit hoher Aquaplaning-Gefahr das Radio abzuschalten. So können Sie laute Wassergeräusche im Kotflügelbereich früher wahrnehmen.

Darüber hinaus verhindern Sie gefährliche Situationen mit dem Fahrzeug vor Ihnen, indem Sie den Abstand zu ihm vergrößern.

Im Fall der Fälle Fuß vom Gas und ruhig bleiben!

Merken Sie während der Fahrt bei oder nach starkem Niederschlag, dass das Lenken sehr leicht fällt oder die Motordrehzahl trotz gleichbleibender Geschwindigkeit ansteigt, ist das Problem eingetreten. Bremsen ist laut DWD kein gutes Mittel, um dem Aquaplaning entgegenzuwirken. Die Räder könnten nach dem Bremsen blockieren und das Aquaplaning verlängern oder zum Ausbrechen des Fahrzeugs führen, nachdem die Räder wieder Bodenkontakt aufgenommen haben.

Stattdessen sollten Sie den Fuß vom Gas nehmen und die Kupplung treten beziehungsweise bei Automatikgetriebe in den Leerlauf schalten. Außerdem ist es wichtig, so wenig wie möglich zu lenken.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...