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Pflanzenschutzmittel

Augen auf beim PSM-Kauf: Darauf sollten Sie achten

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Katharina Krenn, agrarheute
am
10.03.2017

Pflanzenschutzmittel sind teuer. Deshalb sind preiswerte Angebote sehr attraktiv. Doch was ist legal und woran kann man dies erkennen?

Neben den Original-Produkten bietet der Markt für Pflanzenschutzmittel auch günstigere Alternativen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten. Nicht alle Produkte, die angeboten werden - insbesondere im Internet - sind legal.

Der Europäische Pflanzenschutzverband schätzt, dass bis zu 10 Prozent der in der EU eingesetzten Pflanzenschutzmittel Fälschungen von Markenprodukten sind - vorwiegend aus China. Dabei handele es sich zum einen um Fälschungen von Markenprodukten mit einem fragwürdigen und nicht geprüften Inhalt. Zum anderen seien eigenständige Produkte im Umlauf, die vorgäben, echte Pflanzenschutzmittel zu sein, tatsächlich aber minderwertige Stoffe beinhalteten.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten:

Bei Re-Importen:

  • PSM, die in Deutschland erstmals in Verkehr gebracht wurden
  • Export ins Ausland und Reimport (MWST-Vorteil)
  • Mit deutschem Etikett und Zulassungs-Nummer (siehe Bild oben: A)

 Bei Parallelhandels-Produkten:

  • PSM, die in einem anderen EU-Land zugelassen sind
  • Übereinstimmung mit einem in Deutschland zugelassenen PSM (Wirkstoffe, Wirkstoffmengen und Begleitstoffe), geprüft durch BVL
  • Vertrieb unter eigenem Namen mit zusätzlicher Angabe des deutschen Referenzproduktes
  • Deutsches Etikett mit Genehmigungs-Nummer (siehe Bild oben: B)
  • Es gelten die für das deutsche Referenzprodukt festgesetzten Anwendungsbestimmungen und Auflagen

Tipps beim Mittelkauf im Internet

1. Sind Händler, Importeur und Hersteller im Internet angegeben? Erscheinen sie vertrauenswürdig? Sind Name und Anschrift, Telefon und Gerichtsstand im Impressum ordnungsgemäß aufgeführt?

2. Ist das Mittel ungewöhnlich preisgünstig? Stimmen Lieferschein und Rechnung überein? Sind Produktbezeichnung, Menge, Kaufdatum und Preis auf beiden identisch?

3. Ist der Aufkleber auf den Kanistern in deutsch verfasst? Trägt das Etikett eine Importlizenznummer vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)? Findet sich diese Nummer in der BVL-Liste? Sind Hersteller und Importeur mit voller Firmenbezeichnung aufgedruckt?

4. Weichen Formulierung, Farbe, Konsistenz oder Geruch vom Original ab? Ähnelt das Mittel dem vergleichbarer Präparate anderer Hersteller? Verhält sich das Mittel im Spritztank wie sonst auch? Löst es sich in Wasser genauso wie gewohnt? Ist beispielsweise ein Granulat genauso feinkörnig wie das Original des Herstellers? Wirkt das Präparat wie das identische Mittel vom Originalhersteller?

5. Scheuen Sie sich nicht, bei Zweifeln an der Echtheit nachzufragen. Haken Sie im Verdachtsfall bei Ihrem Händler oder Ihrer Genossenschaft nach. Erkundigen Sie sich gezielt nach der Herkunft.

Mit Material von LIZ/dlz agrarmagazin
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