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Glyphosat

Bayer verteidigt Monsanto-Kauf

Bayer steht zu Monsanto
am
25.03.2019

Bayer-Vorstand Werner Baumann lässt sich trotz des enormen Aktien-Wertverlusts nicht beirren: "Der Monsanto-Kauf war und ist eine gute Idee."

Bayer-Chef Werner Baumann verteidigt den milliardenschweren Kauf des umstrittenen US-Saatgutkonzerns Monsanto nach einer weiteren Niederlage vor Gericht gegen wachsende Kritik. "Der Monsanto-Kauf war und ist eine gute Idee", sagte der Chef des Unternehmens der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

Erst in der abgelaufenen Woche hatte ein Rückschlag in einem Prozess um angebliche Krebsrisiken des glyphosathaltigen Pflanzenschutzmittels Roundup den Druck auf den Manager erhöht. Eine Jury in San Francisco befand, dass das Produkt ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsen-Krebserkrankung des 70-jährigen Klägers Edwin Hardeman gewesen sei.

Glyphosat-Prozess in der zweiten Phase

Damit geht der Prozess nun mit derselben Jury in eine zweite Phase, in der die Haftungsfragen geklärt werden sollen. Dabei geht es auch darum, ob Monsanto über Risiken hinwegtäuschte und wie hoch der mögliche Schadenersatz ausfallen könnte.

Die Zweifel an dem größten Auslandszukauf eines deutschen Unternehmens wuchsen dadurch weiter. Anleger fürchten schwer kalkulierbare Milliardenrisiken durch mögliche Schadenersatz- und Vergleichszahlungen. Der Aktienkurs von Bayer sank um 12,5 Prozent allein in der vergangenen Woche.

Damit hat die Bayer-Aktie weitere Milliarden Euro an Börsenwert verloren. Den Höchstkurs erreichte das Papier 2015 mit gut 140 Euro. Seitdem fällt der Kurs - zuletzt auf etwa 60 Euro. Vor dem ersten Glyphosatprozess im vergangenen August waren es noch mehr als 90 Euro gewesen.

Klagewelle in den USA ins Rollen gekommen

Infolge des ersten Urteils ist Die Klagewelle in den USA so richtig ins Rollen gekommen. Bis Ende Januar erreichten Monsanto in den USA glyphosatbezogene Klagen von etwa 11 200 Klägern. Bayer weist die Vorwürfe eines Krebsrisikos von Monsantos Pflanzenschutzmitteln zurück und beruft sich auf zahlreiche Studien.

Die Abschläge an der Börse infolge der Gerichtsverfahren hält Baumann für stark übertrieben: "Wenn es darum geht, Unsicherheiten zu bewerten, neigt die Börse zu Übertreibungen." Die gute Verfassung des Unternehmens, die hervorragenden Wachstumsperspektiven, die Ertragskraft - all das sehe er "nur sehr unvollständig im derzeitigen Börsenwert gespiegelt", so der Bayer-Chef. Den Ärger der Aktionäre verstehe er aber.

Anleger erzürnt

Auf der Hauptversammlung Ende April wird sich der Bayer-Manager harscher Kritik von Seiten der Anleger stellen müssen. So bezeichnete Christian Strenger, Gründungsmitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, den Monsanto-Kauf jüngst im "Manager Magazin" als "den größten und schnellsten Wertvernichter der Dax-Geschichte". Strenger fordert demnach, Baumann und seinen Vorstandskollegen die Entlastung zu verweigern.

Gedanken an einen Rücktritt weist Baumann von sich: "Der Vorstand hat die volle Rückendeckung des Aufsichtsrats."

Mit Material von dpa

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