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Ratgeber

10 Tipps von den CeresAward-Gewinnern in der Kategorie Geschäftsidee

CERES-Geschäftsidee_HurniVanDeVeer
am Montag, 08.03.2021 - 13:35 (Jetzt kommentieren)

Die Gewinner der Kategorie Geschäftsidee des CeresAwards 2020, Christian Hurni und Simon van der Veer, haben es geschafft: Sie haben eine herausgehobene Stellung für ihre Süßkartoffeln im Sortiment der Schweizer Supermärkte Migros und Coop erreicht. Wie ist ihnen das gelungen?

Am Anfang stand bei Hurni und van der Veer die Anfrage eines Großhändlers, ob sie schweizer Süßkartoffeln produzieren könnten. Dabei waren verschiedene ackerbaulichen Herausforderungen zu lösen, denn die hierfür nötige Vegetationsphase ist in der Schweiz nur sehr kurz. Doch nach und nach konnten die beiden alle Herausforderungen lösen.

Aktuell haben die Süßkartoffeln ihres Unternehmens Batati eine wichtige Position im Lebensmitteleinzelhandel der Schweiz erobert. So sind sie zum Beispiel die einzigen, die im Online-Angebot des Lebensmitteleinzelhändlers Coop gelistet sind. Keine schlechte Leistung für ein Produkt, das für den Endkunden um ein Vielfaches teurer ist als Importware.

Welche Erfolgsfaktoren bei der Vermarktung wichtig sind

Dabei kam der Erfolg nicht von allein. Freude an der Arbeit zu empfinden ist ihnen wichtig, doch auch folgende Faktoren haben Hurni und van der Veer geholfen:

  • Sie machen bei der Projektvorstellung beim Lebensmitteleinzelhandel konkrete Lösungsvorschläge. 
  • Sie versuchen aus ihren eigenen Fehlern zu lernen und nicht gleich aufzugeben.
  • Sie setzten sich mindestens ein Mal im Jahr zusammen und denken strategisch nach, wo sie ihr Unternehmen in drei bis fünf Jahren sehen und was ihre Ziele sind. Die Kombination von strategischen und operativen Denken ist wichtig. 
  • Sie arbeiten nach dem Prinzip, dass wenn ein Projekt nach drei Jahren nicht wirtschaftlich funktioniert, es wieder aufgegeben wird. 
  • Sie erfüllen eine starke Nachfrage nach heimischen bzw. regionalen Produkten. Diese ist in der Schweiz meist sogar noch stärker ausgeprägt als in anderen europäischen Ländern.
  • Sie behalten vom Anbau bis zum fertigen Produkt alles in einer Hand und sichern sich so die Wertschöpfung. Dazu gehören auch Investitionen in Technik zum Lagern, Waschen, Wiegen und Verpacken der Süßkartoffeln.
  • Sie können die Mengenanforderungen des Handels erfüllen. Dazu haben sie Anbauverträge mit weiteren Landwirten abgeschlossen.
  • Sie haben eine Marke aufgebaut, über die sich interessierte Verbraucher informieren können. Dazu haben sie unter anderem die Website batati.ch ins Leben gerufen, ein Logo für ihre Produkte entwickeln lassen und sich selbst zu Markenbotschaftern gemacht.
  • Sie haben eine soziale Komponente in ihrem Unternehmen. In Zusammenarbeit mit einer Non-Profit Organisation integrieren sie anerkannten Asylsuchenden als Erntehelfer in den Arbeitsmarkt.
  • Sie achten auf den Ausgleich in der Familie. Erfolg stellt sich ihrer Meinung nach nur ein, wenn alle am gleichen Strang ziehen. Dazu ist es wichtig, die Familie in die Arbeiten zu integrieren, sich aber auch für sie Freiräume zu erhalten.

Mehr zur besten Geschäftsidee 2020 im agrarheute-Heft

Mehr zu den beiden Gewinnern des diesjährigen CeresAwards lesen Sie in der gedruckten Ausgabe oder im Beitrag "Geschäftsidee des Jahres: Das Glück in der Nische" in der digitalen Ausgabe 3/2021 von agrarheute. Dort erfahren Sie von den Problemen, die Hurni und van der Veer lösen mussten und welche Ziele sie sich noch vorgenommen haben.

CeresAward 2020: Geschäftsidee des Jahres kommt aus der Schweiz

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