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Ratgeber

5 Tipps für den Winterdienst

© Werkbild
Jörg Möbius/Redaktion agrarmanager/Nicoleta Culiuc/agrarheute
am
12.01.2016

Insbesondere für Ackerbauern bietet der Winterdienst ein willkommenes Zubrot in der arbeitsarmen Zeit. Damit sich der Aufwand aber auch wirklich rechnet, sollte der Landwirt mit Schneeschild folgende Punkte beachten.

Tipp 1: So kann abgerechnet werden

 Für die Vergütung des Winterdienstes haben sich drei Grundvarianten etabliert:

  • Vergütung aller angeforderten Einsätze nach Stunden oder Fläche beziehungsweise Strecke
  • Komplettpreis: Für eine Saison wird ein Komplettpreis bezahlt. Fällt der Winter mild aus, zahlt der Auftraggeber zu viel. Sind dagegen überdurchschnittlich viele Einsätze notwendig, muss der Auftragnehmer ein Polster von milden Jahren haben.
  • Zahlung einer Bereitschaftspauschale und dann jedes angeforderten Einsatzes

Tipp 2: Welche Schneepflüge einsetzen?

Gängige Schneepflüge eignen sich für Schneehöhen bis 30 Zentimeter (cm). Zunehmend werden auch größere Pflüge in Variobauweise angeboten. Sie können mit Hilfe von Teilung in der Mitte nicht nur nach einer Seite räumen, sondern in V-Form auch nach beiden Seiten. Um Schnee zusammenzuschieben oder vor Einfahrten zu beseitigen, eignet sich die Y-Form.

Tipp 3: Wann setze ich eine Schneefräse ein?

Der Einsatz von Schneefräsen ist deutlich teurer, deshalb werden sie nur dort eingesetzt, wo öfter über 30 cm Schneehöhe zu räumen sind oder wo der Schnee nicht einfach vom Pflug an die Straßenseite gedrückt werden kann. Zur Abstimmung von Schneefräse und Antriebsmaschine sollten Landwirte sich fachlich beraten lassen. Als groben Richtwert gibt Zaugg an: Leistung der Antriebsmaschine (PS) mit acht multipliziert ergibt etwa den Durchsatz in Tonnen je Stunde. Ein 85-PS-Traktor kann also eine Schneefräse antreiben, die rund 680 t/h Schnee fördert. Der Antrieb mit Zapfwelle hat einen besseren Wirkungsgrad als ein hydraulischer Antrieb.

Tipp 4: So streuen Sie Splitt und Salz richtig

  • Streuer für trockenes Gut können für Splitt oder Salz genutzt werden. Es gibt auch Zweikammerstreuer, mit denen das Streugut je nach Anforderung gewechselt werden kann.
  • Vor allem bei kleineren Traktoren und wenn gleichzeitig vorne ein Schneepflug angebaut ist, sollten Sie darauf achten, dass die Vorderräder nicht zu sehr belastet werden. Sonst wird dadurch die Lenkfähigkeit verringert.
  • Einfache Kastenstreuer mit fester Arbeitsbreite um einen Meter und wegeabhängiger mechanischer Dosierung eignen sich für Gehwege.
  • Korrosion ist beim Einsatz von Salz ein großes Thema. Es hilft, nach jedem Einsatz die Maschine komplett zu waschen und wieder neu mit Öl einzusprühen.

Tipp 5: Versicherung abschließen

Eine Versicherung gegen Sach-, Vermögens- und Personenschäden sollte auf jeden Fall abgeschlossen werden. Außerdem ist Winterdienst ist keine landwirtschaftliche, sondern eine gewerbliche Tätigkeit. Ein Gewerbeschein muss also sein.

 

Diese Schneeräumtechnik bietet der Markt

Zusammenarbeit: Viele Produkte von FMG aus Österreich werden in Zusammenarbeit mit dem Traktorhersteller Valtra entwickelt, einige sind sogar eigens auf die Valtra-Schlepper abgestimmt. © Werkbild
Drei Größen: Axeo-Streuer werden mit 250, 560 und 750 l Volumen - mit Aufsätzen bis 1.500 l - angeboten. © Werkbild
Flexibel: Mit dem V-Schild in gerader Stellung wird Schnee nach links oder rechts befördert, in V-Form nach beiden Seiten. Nach vorne geöffnet -Y-Form-, kann der Schnee auf Haufen geschoben werden. © Werkbild
Elektrischer Antrieb: 12 Volt vom Bordnetz reichen aus, um solche kleinen Streuer anzutreiben. Dabei können auch Streugutmenge und Streubreite angepasst und verändert werden. © Werkbild
Zusatzausrüstung: Auch für Einachs-Geräteträger gibt es ein großes Angebot an Winterdienstausrüstungen. Das Verhältnis von Leistung und Arbeitsbreite führt hier zu geringer Arbeitsgeschwindigkeit. © Werkbild
Serie: Die Alps-Serie von SaMASZ ist in vier maximalen Arbeitsbreiten zwischen 3 und 4 m erhältlich. Sie werden mit einer gefederten Schürfleiste nach Wahl ausgestattet. © Werkbild
Ketten vorne: Beim Schneeschub mit dem Pflug auf einer Seite treten große Seitenkräfte auf. Die Schneeketten auf den Vorderrädern -  hier beim Klassiker Unimog - wirken dem entgegen. © Werkbild
Direktauswurf: Ist es ausreichend, den Schnee irgendwo auf der Seite los zu werden, kann bei größeren Schneefräsen mit dem energiesparenden Direktauswurf gearbeitet werden. © Werkbild
Besonderer Winkel: ZAUGG-Schneepflüge zeichnen sich durch einen unkonventionell schrägen Aufstandswinkel aus, was eine besonders hohe Räumgeschwindigkeit zulassen soll. © Werkbild
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