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Netzausbau

Die 5 wichtigsten Antworten zur Erdverkabelung

erdverkabelung
© TenneT
von , am
10.02.2017

Nach aktueller Gesetzeslage gilt seit Anfang 2016 für einzelne Netzausbau-Gleichstromvorhaben ein Erdkabel­vorrang. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zu Erdkabeln.

Warum Erdverkabelung?

Im Dezember 2015 wurde von Bundesrat und Bundestag das Gesetz zur Änderung von Bestimmungen des Rechts des Energieleitungsbaus verabschiedet. Beim Bau neuer Höchstspannungsleitungen für Gleichstrom (HGÜ) bekommt damit die Erdverkabelung in Zukunft Vorrang gegenüber der Freileitung. In der Nähe von Wohngebieten soll der Freileitungsbau sogar unzulässig sein und damit ein größtmögliches Maß an Akzeptanz für die neuen Leitungen geschaffen werden.

Mit den Gleichstromkabeln soll zum Beispiel Windstrom aus Norddeutschland nach Süddeutschland transportiert werden.

Welche Arten von Erdkabeln gibt es?

Aus technischer Sicht ist zwischen Drehstrom- und dem Gleichstrombereich zu unterscheiden.

"Bei der Stromübertragung über größere Entfernungen mittels HGÜ weise die Erdverkabelung vergleichsweise weniger Risiken hinsichtlich der technischen Umsetzung und der Kosten auf als eine vergleichsweise Erdverkabelung von Drehstromleitungen über lange Strecken. Zudem lägen mit Gleichstrom-Erdkabeln über längere Strecken mehr Erfahrungen vor als mit Drehstrom-Kabeln" heißt es in dem beschlossenen Gesetz.

Im Wechselstrombereich gibt es insgesamt sieben zusätzliche Erdkabel-Pilotprojekte.

Gleichstrom wird im Übertragungsnetz nur in sehr hohen Spannungsebenen und über große Entfernungen transportiert. Man spricht dabei von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ). Für die Einspeisung ins herkömmliche Stromnetz sind Konverter erforderlich, die Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln und umgekehrt. Vorteile von Erdkabeln bei der Übertragung von Gleichstrom gegenüber Wechselstrom sind:

  • Kabel haben geringeren Querschnitt bei gleicher Leistungübertragung; dadurch insgesamt weniger Gewicht
  • bei längeren Kabelabschnitten müssen insgesamt weniger Verbindungsmuffen verbaut werden
  • die Trasse ist bei Gleichstrom-Erdkabeln schmaler als bei Wechselstrom-Erdkabeln, weil weniger Leiter benötigt werden
  • Bei Gleichstrom gibt es keine Blindleistungsverluste, daher wird auch keine Kompensationseinrichtung benötigt und die Energie kann über weite Strecken übertragen werden.

Welche Strecken sind geplant?

Ende Januar 2017 hatten die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW die Entwürfe des Netzentwicklungsplans 2030 veröffentlicht. Danach beträgt der Bedarf neuer Leitungstrassen im Bundesgebiet insgesamt 3.800 km. Davon entfallen rund 2.600 km auf Verbindungen für die HGÜ, bei denen ein genereller Vorrang für Erdverkabelung gilt. Insgesamt 1.200 km sind für neue Wechselstromverbindungen vorgesehen.

Der Umfang der zu modernisierenden Bestandstrassen beträgt laut Netzentwicklungsplan je nach Szenario zwischen 7.600 km und 8.500 km.

Wie werden Erdkabel verlegt?

Nach Angaben von TenneT TSO werden HGÜ-Erdkabel grundsätzlich in etwa zwei Metern Tiefe verlegt. Das sind die einzelnen Schritte bei der Verlegung:

  • Zunächst werden der Mutter- und der Unterboden getrennt entnommen und gelagert, um die Bodeneigenschaften zu erhalten.
  • Anschließend werden die Kabel in einer Schutzbettung aus Sand verlegt.
  • Die einzelnen Kabelenden werden mit Muffen verbunden. Dies geschieht in einem staubfreien, klimatisierten Container, der im Anschluss wieder entfernt wird, sodass oberirdisch später nichts mehr von den Muffen zu sehen ist.
  • Nach dem Verlegen der Kabel wird der Graben wieder verfüllt und rekultiviert.

Wie betreffen Erdkabel den Boden?

Mit der Erdverkabelung sind aus Sicht des Präsidenten des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl, erhebliche Eingriffe in den Boden und seine Struktur verbunden. Außerdem würden die Flächen im Wert gemindert und die Nutzung eingeschränkt.

Bei der Planung der Trassen müsse laut Heidl deshalb größtmögliche Rücksicht auf land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen genommen und möglichst bestehende Infrastrukturen (z. B. entlang von Autobahnen) genutzt werden. Darüber hinaus sei beim Bau der großen Hochspannungsleitungen aus Sicht des Bauernverbandes eine neutrale Begleitung der Bauarbeiten durch Sachverständige nötig, um einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Boden zu gewährleisten. Heidl fordert deshalb: "Neben einer Entschädigung ist eine wiederkehrende Vergütung für die Nutzung unserer Flächen nötig."

70 Kilowattstunden Strom pro Quadratmeter

Die Solarpanelle sind einbetoniert und oben mit Sicherheitsglas abgedeckt. © SolaRoad-NL
So sehen die Solarpanele aus der Nähe aus. © SolaRoad-NL
Der niederländische Solarradweg wurde im November 2014 fertig gestellt... © SolaRoad-NL
...und eröffnet. © SolaRoad-NL
Laut SolaRoad merken die Radfahrer kaum einen Unterschied zu konventionellen Fahrradwegen ohne Solaranlagen. © SolaRoad-NL
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