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Agrarstatistik

80.000 Landwirte werden für die Agrarstatistik befragt

Ein Traktor fährt über den Acker
am Dienstag, 03.01.2023 - 11:15 (8 Kommentare)

Ab März beginnt in Deutschland wieder die Agrarstrukturerhebung. Die Befragung der Landwirte erfolgt überwiegend online.

Um den Aufwand der landwirtschaftlichen Betriebe möglichst gering zu halten, werden die statistischen Ämter der Länder und des Bundes die Agrarstrukturerhebung 2023 in Form einer Stichprobe durchführen. Der Umfang beträgt rund 80.000 landwirtschaftliche Betriebe.

Zur Entlastung der Auskunftspflichtigen sollen zudem viele Verwaltungsdaten genutzt werden, die bereits vorliegen. Dazu könnten im Fragebogen Antragsnummern beispielsweise aus dem Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKoS) eingetragen werden.

Ergebnisse sollen im zweiten Quartal 2024 vorliegen

Mit Ausnahme von Härtefällen erfolgt die Befragung der Betriebe durch einen Online-Fragebogen. Sind die Verwaltungsdaten und Fragebogendaten zusammengeführt und alle Unstimmigkeiten im Datensatz bereinigt, erzeugen die Statistiker auf der Basis des Datenmaterials die Veröffentlichungstabellen.

Nach Sicherstellung der Geheimhaltung von Einzelangaben werden die Ergebnisse veröffentlicht. Damit ist nach Einschätzung von Destatis voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2024 zu rechnen.

Daten sollen die EU-Agrarpolitik unterstützen

Rechtliche Grundlage für die Agrarstrukturerhebung ist die EU-Verordnung 2018/1091 sowie die zugehörige Durchführungsverordnung. Sie schreiben für alle Mitgliedstaaten einheitliche Erhebungseinheiten, -inhalte und zeiträume vor. Die auf diese Weise harmonisierten Ergebnisse seien von zentraler Bedeutung für die Kontrolle und Ausrichtung von Politikmaßnahmen, gerade im Zusammenhang mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Was fragen die Statistiker bei den Landwirten ab?

Die Erhebung umfasst laut Destatis Fragen zur Rechtsform des landwirtschaftlichen Betriebes, zur Bodennutzung einschließlich des Zwischenfruchtanbaus, zu den Eigentums- und Pachtverhältnissen, zum ökologischen Landbau und zu den Tierbeständen, aber auch zum Betriebsleiter, zu den Arbeitskräften, zur Bewässerung, zu Praktiken der Bodenbewirtschaftung sowie zur Maschinenausstattung des Betriebes.

Zur nationalen Umsetzung fand eine Novellierung des Agrarstatistikgesetzes statt. Die Erfassung der Daten erfolgt ausschließlich bei Betrieben, die gewisse Erfassungsgrenzen überschreiten. Ziel sei es, eine große Zahl von Kleinstbetrieben von der Auskunftspflicht zu befreien und trotzdem qualitativ hochwertige und repräsentative Ergebnisse zu produzieren, so die Statistiker.

Wer muss nicht an der Agrarstrukturerhebung teilnehmen?

Die Erfassungsgrenzen sind im Agrarstatistikgesetz definiert. Befragt werden demnach alle Betriebe, die über mindestens 5 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) verfügen. Die im Gesetz aufgeführten Erfassungsgrenzen wurden seit der Landwirtschaftszählung 2010 - mit Ausnahme der Umstellung von Tierbeständen auf Haltungsplätze beim Geflügel - nicht geändert. Durch den konstanten Berichtskreis könnten die Vergleichbarkeit der Ergebnisse gesichert und der Aussagegehalt von Analysen im Zeitvergleich gewährleistet werden, betont Destatis.

Mit Material von AgE

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