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BITKOM-Studie

82 Prozent der Landwirte setzen auf digitale Technologien

Landwirt mit Handy auf dem Acker
am Montag, 27.04.2020 - 15:30 (Jetzt kommentieren)

Ob Hightech-Maschinen, Agrar-Apps, Roboter oder Drohnen – die Digitalisierung gewinnt in Krisenzeiten zunehmend an Bedeutung.

Knapp 82 Prozent der Landwirte in Deutschland setzen auf digitale Technologien in ihrem Betrieb. Weitere 10 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR). Insgesamt 500 Landwirte wurden im Februar und März diesen Jahres befragt.

„Die Corona-Krise zeigt einmal mehr, wie wichtig eine funktionierende Agrar- und Ernährungswirtschaft in Deutschland ist. Zugleich wird deutlich, welche Chancen digitale Lösungen bieten. Ob bei der Erzeugung oder dem Absatz von Lebensmitteln, der Vermittlung von Erntehelfern oder der Fernwartung von Landmaschinen: Digitale Technologien und Anwendungen helfen Landwirten und Verbrauchern, besser aus der Krise zu kommen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken fügt hinzu: „Auch bei den gesellschaftlichen Anforderungen an Umwelt, Biodiversität und Tierwohl sind digitale Techniken wichtiger Teil der Lösung.“

Jeder zehnte Landwirt setzt Drohnen ein

Mit 46 Prozent waren die automatisierten Fütterungssysteme in der Nutztierhaltung unter den 500 befragten Landwirten am weitesten verbreitet. Dicht gefolgt von den GPS-gesteuerten Landmaschinen mit 45 Prozent.
Jeweils 40 Prozent der befragten Landwirte arbeiten mit Agrar-Apps für das Smartphone oder Tablet oder steuern ihren
Betrieb mithilfe von Farm- oder Herdenmanagement-Systemen. Bei 32 Prozent ist eine intelligente und teilflächenspezifische Ausbringung von Pflanzenschutz- oder Düngemitteln im Einsatz. Sensortechnik, etwa zur tierindividuellen Überwachung oder zur Messung von Klima-, Boden- und Pflanzendaten werden von 28 Prozent genutzt.

Bezogen auf alle Betriebsarten kommt bei 12 Prozent der Befragten Robotertechnik zum Einsatz. Allerdings setzen bereits 21 Prozent der Milchviehbetriebe Melkroboter ein. Und bei jedem zehnten Landwirt werden bereits Drohnen genutzt.
Künstliche Intelligenz, etwa zur Auswertung großer Datenmengen aus der Bildverarbeitung zur Erkennung von Krankheiten bei Pflanzen und Tieren, findet sich in 9 Prozent der Betriebe.

Kostensenkung als größter Vorteil genannt

Digitalisierung als Chance für mehr Nachhaltigkeit

Für die Mehrheit der befragten Landwirte erhöhte die Digitalisierung vor allem die Produktionseffizienz. Danach zählt die körperliche Entlastung zu den Vorteilen und mehr als jeder Zweite betont eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Aber auch die Umwelt und die Tierhaltung können aus Sicht der Landwirte von den Vorteilen der Digitalisierung profitieren.

Grundsätzlich sehen fast drei Viertel der Betriebe in der Digitalisierung eine Chance, wodurch sich langfristig auch Kosten senken lassen. Jedoch stellt die Digitalisierung die Landwirte auch vor Herausforderung. Der Mangel an Mitarbeitern mit digitalem Know-how spielt eine Rolle. Ebenso werden die mit der Digitalisierung verbundenen Investitionskosten bei der Mehrheit als nachteilig empfunden. Viele sorgen sich vor Hackerangriffen beziehungsweise um die IT-Sicherheit.

Jeder vierte Landwirt ist auf Social Media aktiv

„Die Landwirte können per Internet zahlreiche Einblicke in die Gewinnung und Herstellung von Lebensmitteln geben – und für den Verbraucher damit einen Bezug zu seinem Essen herstellen. Das kann klein anfangen mit einer Webcam im Stall oder auf dem Acker – oder vollumfänglich sein mit einer komplett transparenten Rückverfolgbarkeit, künftig etwa via Blockchain. Das fördert Vertrauen auf Seiten der Verbraucher“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Rohleder.

Jedoch nutzen deutlich weniger Landwirte digitale Techniken, um aktiv Verbraucher anzusprechen. Nur jeder vierte Landwirt ist in sozialen Netzwerken aktiv, jeder Fünfte hat eine eigene Website. Auch eine Online-Rückverfolgbarkeit „vom Hof bis zum Teller“ oder Webcams im Stall oder auf dem Feld sind nur bei weinigen installiert. Die Vermarktung der hofeigenen Produkte über digitale Hofläden oder Plattformen wird lediglich von 9 Prozent genutzt.

Mit Material von Bitkom, Deutschem Bauernverband und Rentenbank

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