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Landwirtschaftliche Nische

Abschied vom Tier

am Mittwoch, 18.12.2019 - 15:21 (Jetzt kommentieren)

Der sächsische Landwirt Daniel Hausmann führt einen der wenigen bioveganen Betriebe in Deutschland. Für den kleinen Hof lohnt sich das und bei den Kunden kommt es gut an.

biovegane Nische

Möhren, Kürbisse, Mangold und Spinat stapeln sich in Holzkisten im Hofladen von Daniel Hausmann.  In den Regalen daneben reihen sich Honig, Marmeladen und Nudelverpackungen. Licht fällt nur durch kleine Fenster im Raum – ein letzter Hinweis, dass hier einst Tiere gehalten wurden. Der Verkaufsraum für die Lebensmittel des 28-jährigen Landwirts war früher einmal ein Kuhstall, doch die 
Rinderhaltung gehört der Vergangenheit an. Landwirt Daniel Hausmann betreibt jetzt einen von nur 13 bioveganen Höfen in ganz Deutschland.
 

40 Gemüsesorten auf 25 ha

Stolze 40 Gemüsesorten baut der Jungbauer über die Jahreszeiten verteilt an. Von der Haustür seines Hofs aus ist der Blick frei auf eine Streuobstwiese, kleine Gewächshäuser und die angrenzenden Felder. Für den kleinen Hof mit 25 ha Ackerfläche hat sich die biovegane Anbaumethode als erfolgreich erwiesen. 

Erst eine schwierige familiäre Situation hat den jungen Landwirt endgültig zum bioveganen Landbau gebracht. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters musste Hausmann noch als junger Biolandbau-Student den familiären Betrieb übernehmen. „Aus Zeitgründen habe ich zuerst die 15 Milchkühe abgeschafft“, sagt er heute. Schrittweise führte Hausmann die Biolandwirtschaft und danach biovegane Landwirtschaft ein. Den tierischen Dünger hat Hausmann nun durch Leguminosen ersetzt. „Wir bauen beispielsweise Kleegras an“, sagt er.  Das zieht während des Wachstums Stickstoff aus der Luft und reichert damit den Boden an.
 

Hohes Ausfallsrisiko

biovegan Hausmann

Durch den Anbau sehr unterschiedlicher Gemüsearten versucht Hausmann, das Ausfallrisiko zu begrenzen. „Jedes Jahr ist anders. Diesmal ist die Wurzelpetersilie nichts geworden“, räumt er ein. Doch diese Herausforderung schätzt er an seiner Arbeit. Der Landwirt achtet auf einen stetigen Fruchtwechsel auf seinen insgesamt 1,5 ha großen Gemüsefeldern, um so die Ertragskraft des Bodens zu erhalten. Auch wechselt er die Standorte komplett, damit einzelne Teilfelder brachliegen können.

Doch nicht jeder Betrieb ist für eine solche Form der Bewirtschaftung geeignet. Nach Einschätzung des Agrarwissenschaftlers Hans-Peter Piorr von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde hängt der Erfolg der bioveganen Landwirtschaft stark vom Landwirt und von den natürlichen Gegebenheiten ab.  „Gülle und Mist führen dem Boden relativ verlässlich und kontrolliert Stickstoff zu“, sagt Piorr. Pflanzlicher Dünger wirke erst nach einiger Zeit und es bestehe die Gefahr, dass er durch Regen aus dem Boden gewaschen werde, bevor er wirke. Insgesamt gebe es noch zu wenige Analysen, um die Wirksamkeit verlässlich zu beurteilen.

 

Wie Daniel Hausmann sein Gemüse erfolgreich vermarktet, lesen Sie in der Januar-Ausgabe des agrarheute-Magazins.

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