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Greeningverpflichtung

Achtung: Änderungen beim Dauergrünland im Mehrfachantrag

umgebrochenes Grünland
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Anke Fritz, agrarheute
am
09.05.2018

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen gibt Landwirten Tipps, wie sie dieses Jahr im Mehrfachantrag mit Dauergrünland umgehen.

Ein wesentlicher Baustein der Greeningverpflichtung ist die Erhaltung des bestehenden Dauergrünlands. Es haben sich aufgrund aktueller Gesetzgebungsverfahren Änderungen im Bereich Dauergrünland ergeben. Grundsätzlich gelten Flächen als Dauergrünland, die mindestens fünf Jahre lang nicht umgepflügt worden sind.

Voraussetzung: Sie haben die Flächen durch Einsaat oder auf natürliche Weise (Selbstaussaat) zum Anbau von Gras oder Grünfutterpflanzen genutzt und die Flächen sind seit mindestens fünf Jahren nicht Bestandteil der Fruchtfolge des landwirtschaftlichen Betriebes.

 

1. Sammelantrag 2018 – Dauergrünland und potentielles Dauergrünland

In der Anlage 1a des Sammelantrages zur Agrarförderung und Agrarumweltmaßnahmen 2018 können Landwirte in Niedersachsen in der Spalte „Grünland Art/Jahr“ sehen, ob ein Grünlandstatus und eventuell welcher Grünlandstatus für den betreffenden Schlag vorliegt. Zu unterscheiden ist dabei zwischen:

  • (umwelt-)sensiblem Dauergrünland (sDGL),
  • teilweise (umwelt-)sensiblem Dauergrünland (tsDGL),
  • „normalem“ Dauergrünland (DGL) und
  • potentiellem Dauergrünland (pDGL).

Einmalig können Landwirte im Antragsjahr 2018 mit dem Sammelantrag Agrarförderung und Agrarumweltmaßnahmen bis spätestens zum 11. Juni 2018 anzeigen, dass die Einstufung einer Fläche hinsichtlich ihrer Einstufung (Status) falsch ist. Für das Anzeigen ist die Anlage 8 zu verwenden.

 


 

Das ist (umwelt-)sensibles Dauergrünland (sDGL)

Bei Flächen mit dem Status „sDGL“ handelt es sich um Dauergrünland, das bereits am 1. Januar 2015 den Dauergrünlandstatus hatte und in einem FFH-Gebiet liegt. Für dieses Dauergrünland gilt nach wie vor ein generelles Umwandlungs- sowie Pflugverbot.

Jede mechanische Bodenbearbeitung, die auf umweltsensiblem Dauergrünland durchgeführt werden soll, ist der Agrarverwaltung mindestens drei Tage vorher schriftlich anzuzeigen. Davon ausgenommen ist das Walzen, Schleppen und Striegeln des Bodens sowie für die Aussaat oder Düngung mit Schlitzverfahren oder jede vergleichbare Maßnahme der Bodenbearbeitung.

Das ist Dauergrünland (DGL)

Für Flächen mit dem Status Dauergrünland („DGL“) ist eine Umwandlung in Ackerland nur mit Genehmigung durch die Landwirtschaftskammer zulässig. Der Nutzungscode 428 (Wechselgrünland) löst nicht die Anpassung des DGL-Status aus. Es sind lediglich die Codes 422, 424 und 433 betroffen.

 

 

Einstufung Grünland über Nutzungscodewechsel ändern

Die Einstufung als Grünland können Sie ändern, wenn Sie die betreffende Fläche seit dem 16. Mai 2013 gepflügt haben. Als Nachweis gilt ein Nutzungscodewechsel für den betreffenden Zeitraum 2013 bis 2017.

Der betreffende Sammelantrag ist als Zeitpunkt des Pflügens aktiv mit dem Sammelantrag 2018 anzugeben. Der Schlag muss zwischen dem 16. Mai 2013 und dem 28. Dezember 2017 mit einem der Nutzcodes 422 (Kleegras), 424 (Ackergras) oder 433 (Luzernegras) beantragt worden sein. Die Flächeneinstufung ändert die zuständige Bewilligungsstelle rückwirkend, wenn sie den Nutzungscodewechsel durch die Sammelanträge der Vorjahre nachvollziehen kann.

Luftbild als Pflugnachweis

Liegt ein Nutzungscodewechsel nicht vor, können Sie den Nachweis des Pflügens durch eindeutiges datiertes Luftbild erbringen, welches das Pflügen erkennen lässt. Das „Zähljahr“ für potentielles Dauergrünland wird im Antragsjahr des Pflügens bzw. im Antragsjahr des (letzten) auslösenden Nutzungscodewechsels auf „1“ gesetzt.  Die Fünfjährigkeit beginnt damit von neuem an zu zählen.

Für Bescheide, die in der Vergangenheit nach den bisherigen Regelungen in Kraft getreten sind, gilt rückwirkend keine Änderungen. Da diese zu dem damaligen Zeitpunkt korrekt erlassen worden sind, schreibt die Landwirtschaftskammer.

In den nächsten Tagen erklären wir die neue Pflugregelung für den Grünlandumbruch sowie wie Grünland auf Brachflächen und in Agrarumweltprogrammen umzugehen ist.

Mit Material von LWK Niedersachsen

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