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Düngerecht

Das ändert sich durch die novellierte Düngeverordnung

© Jelko Djuren/LWK Niedersachsen
von , am
16.02.2017

Mit der novellierten Düngeverordnung gibt es für die Landwirte neue Regeln, die sich auf die Düngepraxis auswirken. Die Änderungen im Überblick.

Das Bundeskabinett hat am 15. Februar die Novelle der Düngeverordnung behandelt. Gemeinsam mit dem angepassten Düngegesetz soll sie im März im Bundesratsplenum verabschiedet werden. Durch die Neuregelungen und schärfere Regeln verändert sich die Düngepraxis der Landwirtschaft.

Düngeverordnung: Die Änderungen im Überblick

  • Die Düngebedarfsermittlung für Stickstoff auf Acker- und Grünland wird bundeseinheitlich geregelt und konkretisiert.
  • Ertragsabhängige standort- und kulturartenbezogener Obergrenzen für die Stickstoffdüngung werden eingeführt.
  • Die Vorgaben für das Aufbringen von stickstoff- und phosphathaltigen Düngemitteln auf überschwemmten, wassergesättigten, gefrorenen oder schneebedeckten Boden werden präzisiert.
  • Zeiträume, in denen keine Düngemittel ausgebracht werden dürfen, verlängern sich grundsätzlich
    • Ackerland: nach der Ernte der Hauptfrucht bis 31.01.;
    • Grünland: 01.11. – 31.01., Einführung einer Sperrzeit für die Aufbringung von Festmist und Kompost: 15.12. – 15.01.; die zuständigen Behörden können Beginn/Ende jeweils um bis zu vier Wochen verschieben).
  • Die zulässige Stickstoffgabe im Herbst wird beschränkt auf 30 kg Ammoniumstickstoff oder 60 kg Gesamtstickstoff je Hektar.
  • Die Abstände für die Stickstoff- und Phosphatdüngung in der Nähe von Gewässern und im hängigen Gelände vergrößern sich.
  • Die Kontrollwerte für die Differenz von Zu- und Abfuhr im Nährstoffvergleich (ab 2020 sind nur noch 50 kg N je Hektar zulässig) werden verringert.
  • Bundeseinheitliche Vorgaben für das Fassungsvermögen von Anlagen zur Lagerung von flüssigen Wirtschaftsdüngern und flüssigen Gärrückständen aus dem Betrieb einer Biogasanlage (grundsätzlich größer als benötigte Kapazität zur Überbrückung der Sperrfristen, mindestens jedoch sechs Monate, Betriebe mit hohem Tierbesatz oder ohne eigene Ausbringungsflächen müssen ab 2020 mindestens neun Monate Lagerkapazität vorweisen) sowie Festmist, festen Gärrückständen und Kompost (zwei Monate) werden eingeführt.
  • Die Länder werden verpflichtet, in Gebieten mit hoher Nitratbelastung sowie in Gebieten, in denen stehende oder langsam fließende oberirdische Gewässer durch Phosphat, was nachweislich aus der Landwirtschaft stammt, eutrophiert sind, mindestens drei zusätzliche Maßnahmen aus einem vorgegebenem Katalog zu erlassen.

Novelle der Düngeverordnung soll Ende März verabschiedet werden

Das Düngegesetz geht am 16. Februar 2017 in die 2. und 3. Lesung im Bundestag. Seine Änderung ist Voraussetzung für die Novelle der Düngeverordnung. Das Düngegesetz soll am 10. März 2017 im Bundesrat, die Novelle der Düngeverordnung soll am 31. März 2017 im Bundesrat verabschiedet werden.

Mit Material von BMEL
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