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agri EXPERTS-Umfrage

Vor allem in kleinen Betrieben herrscht Pessimismus

Bauern mit Milchkanne im Stall
am Montag, 16.12.2019 - 09:00 (Jetzt kommentieren)

In einer agri EXPERTS-Umfrage zu den Perspektiven ihrer Betriebe zeigten sich viele Landwirte pessimistisch. Vor allem Kleinbauern haben Sorge und fühlen sich von der Politik abgehängt.

Der DBV-Situationsbericht 2018/19 hat es auf den Tisch gebracht: Die wirtschaftliche Lage der deutschen Landwirtschaft hat sich im vergangenen Jahr spürbar verschlechtert. Die Gewinne sind zurückgegangen, die Investitionsbereitschaft ist deutlich gesunken. In der Branche machen sich Frustration und Pessimismus breit, das machen auch die anhaltenden Demonstrationen deutlich.

Eine Umfrage des Marktforschungsportals des Deutschen Landwirtschaftsverlages agri EXPERTS bestätigt die düstere Stimmung. Es ging dabei um Perspektiven für kleine und mittlere Betriebe - ein Thema, das den deutschen Landwirten offenbar auf der Seele brennt, denn mit 3.566 Teilnehmern brach die Umfrage alle Rekorde auf agri EXPERTS.

Zahlreiche Umfrageteilnehmer haben trübe Zukunftsaussichten

Von allen Umfrageteilnehmern beantworteten nur 27 Prozent die Frage, ob sie für ihren Betrieb eine Perspektive sehen, mit "Ja". 73 Prozent erklärten, ohne wesentliche Änderungen sei ihr Betrieb nicht zukunftsfähig. Dieses enorm pessimistische Ergebnis ist allerdings nicht ohne Weiteres auf alle hiesigen Landwirte anzurechnen. Die Art der Fragestellung hatte von vornherein vor allem die Skeptiker auf den Plan gerufen.

Dennoch erlauben die weiteren Befragungsergebnisse interessante Rückschlüsse.

Vor allem die Bewirtschafter kleiner Betriebe sind pessimistisch

Große und kleine Betriebe

Trennt man nämlich nach den Teilnehmern, die pessmistisch, und denen, die optimistisch in die Zukunft schauen, zeigen sich Faktoren, die hier offenbar einen erheblichen Einfluss haben.

Beispielsweise waren unter den Pessimisten 78 Prozent Bewirtschafter eines kleinen Betriebs (unter 60 ha, 65 Milchkühen, 1.200 Mastschweinen oder 250 Zuchtsauen). Unter den Optimisten waren das nur 58 Prozent.

Oft fehlt es an Hofnachfolgern

Hofnachfolger

Gleichzeitig waren 48 Prozent der Pessimisten Nebenerwerbslandwirte. Unter den Optimisten waren das nur 38 Prozent.

Ähnlich sieht es bei der Übergabe des Hofes an die nächste Generation aus: Von den Befragten, die skeptisch in die Zukunft schauen, hatten 38 Prozent - also mehr als jeder Dritte - keinen Hofnachfolger. Besser sah es bei den Landwirten aus, die ihrem Betrieb eine Zukunftsperspektive einräumen: Hier fehlte nur auf jedem fünften Hof (bei 21 Prozent) ein Nachfolger.

Befragte sehen kaum Unterstützung durch die Politik

Die Teilnehmer der agri EXPERTS-Umfrage gaben zudem an, dass sie die Unterstützung kleiner und mittlerer Landwirtschaftsbetriebe durch die Politik als schlecht (24 Prozent) bis sehr schlecht (69 Prozent) einschätzen. Nur jeweils ein Prozent aller Befragten gab an, die Politik unterstütze Kleinbetriebe in Deutschland gut oder sehr gut.

Weitere Ergebnisse dieser Umfrage und mehr spannende Beiträge zur Situation kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe hierzulande finden Sie im Titelthema unseres Januar-Heftes, das Ende Dezember erscheint. Wenn Sie noch kein Leser sind, können Sie hier ein Schnupperabo bestellen.

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Mit Material von agri EXPERTS
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