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Anbindehaltung

Anbindehaltung: Wie Landwirte ihren Stall umbauen können

am
08.07.2019
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Vertreter von bayerischen Milcherzeugern und Molkereien haben sich geeinigt, wie die Anbindehaltung von Rindern weiterentwickelt werden soll. Landwirte haben nun Klarheit, wie die Kombinationshaltung künftig aussehen kann.

Bayern macht einen wichtigen Schritt für mehr Tierwohl im Kuhstall und zum Erhalt des Milchstandorts. Vertreter der bayerischen Milcherzeuger und Molkereien haben sich auf eine Definition der Kombinationshaltung geeinigt, die Stall- und Weidehaltung verbindet.

Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber begrüßte die Entscheidung: „Damit übernimmt die Milchbranche Verantwortung und trägt dem Verbraucherwunsch nach mehr Tierwohl Rechnung“, sagte die Ministerin. Das zeige, dass die bayerische Milchwirtschaft auf Verarbeiter- und auf Erzeugerebene bei solch einem wichtigen Thema an einem Strang ziehe.

Der Kompromiss sieht vor, dass Milchkühe in der Kombinationshaltung an insgesamt mindestens 120 Tagen im Jahr Bewegung erhalten. Bewegung heißt dabei Laufhof, Weide, oder Buchten, in denen sich die Tiere frei bewegen können, zum Beispiel Abkalbe- oder Trockensteherbuchten.

Wenn Betriebe im Stall besondere Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls nachweisen können, reichen insgesamt mindestens 90 Tage im Jahr Bewegung aus. Betriebe müssen dazu mehrere Maßnahmen umsetzen, zum Beispiel das Platzangebot (insbesondere Standlänge und - breite) verbessern sowie weitere Rahmenbedingungen im Stall wie Tränke, Licht, Luft etc. schaffen, die das Tierwohl fördern. Der Katalog mit den zusätzlichen Tierwohlmaßnahmen wurde zusammen mit der Landesanstalt für Landwirtschaft entwickelt.

Baurecht darf innerorts keine Hürde sein

Agrarministerin Kaniber sagte zu, der Freistaat werde auch künftig den Umstieg in die Laufstall- und die Kombinationshaltung mit Förderprogrammen und durch intensive Beratung durch die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten begleiten.

Darüber hinaus ist nach Auffassung der Vertreter von Molkereien und Landwirten sehr wichtig, dass Behörden veränderungswilligen Betrieben, beispielsweise bei notwendigen baurechtlichen Genehmigungen innerhalb von Ortschaften, keine Steine in den Weg zu legen. Alle zusammen sind darüber hinaus gefordert, sich auch um die Betriebe zu kümmern, die keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten haben.

Strukturbruch vermeiden

Vertreter Kombihaltung-Bayern

Die Milchwirtschaft soll auch in Zukunft eine tragende Säule der bayerischen Land- und Ernährungswirtschaft bleiben, heißt es in der Erklärung. Daher sehen sich die Milchwirtschaft und die Vertreter der Landwirtschaft in Bayern, aber auch das bayerische Landwirtschaftsministerium gemeinsam in der Verantwortung, den Weg der Weiterentwicklung der Milchviehhaltung in Bayern zu gestalten und zu begleiten. Dabei gilt es, einen Strukturbruch gerade bei den kleineren bäuerlichen Familienbetrieben zu verhindern.

Die vielen kleineren und mittleren Familienbetriebe tragen wesentlich zum positiven Gesamtbild der ländlichen Räume in Bayern bei. Diese Familienbetriebe bewirtschaften oft Grenzstandorte und kleinteilige, ökologisch besonders wertvolle Grünlandflächen. So leisten sie einen aktiven Beitrag zum Klima- und Bodenschutz, aber auch zum Erhalt der Artenvielfalt und der Kulturlandschaft.

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