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Artenschutz

Artensterben: Hessische Kühe sind stark bedroht

am Mittwoch, 29.01.2020 - 14:26 (Jetzt kommentieren)

In Hessen droht die Tierhaltung komplett zu verschwinden, warnt Karsten Schmal, hessischer Verbandspräsident. Wegen der Auflagenflut stehen auch Bauern auf der Roten Liste, so Sebastian Dickow, LsV.

Kuh auf der Weide

Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbands wies darauf hin, dass in Hessen im Schnitt nur noch eine halbe Kuh pro Hektar gehalten werde. Das Land sei nicht mehr in der Lage, sich selbst zu ernähren. Nun drohe die Tierhaltung wegen diverser Auflagen ganz wegzubrechen. Dabei spreche doch auch der Klimawandel für eine Stärkung der regionalen Agrar- und Lebensmittelerzeugung.

Die geplante Verschärfung der Düngeverordnung und das sogenannte Agrarpaket der Bundesregierung sorgen auch bei den Landwirten in Hessen für großen Unmut. Wie der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Karsten Schmal, erklärte, sehen die Landwirte das, was jetzt auf sie an Auflagen zukommen soll, als existenzgefährdend an. Der Unmut richte sich gegen überzogene Bestimmungen und drohende Verbote. Die Stimmung in der Landwirte sei sehr schlecht, und es fehle an Mut, zu investieren.
 

Dickow: Landwirte stehen auch auf "Roter Liste"

Landwirt telefoniert

Sebastian Dickow von der Initiative „Land schafft Verbindung Deutschland - LsV“ ging die geplanten Auflagen zum Gewässer- und Insektenschutz ebenfalls scharf an: „Wir Landwirte sind nicht bereit, alles für alle zu leisten und dann die Kosten dafür zu tragen; das können wir gar nicht“. Er verwies auf die hohe Kapitalintensität der Landwirtschaft, weshalb diese Planungssicherheit brauche. Der Landwirt aus Niederbayern wandte sich auch dagegen, die Digitalisierung als Allheilmittel darzustellen, denn diese sei für viele Höfe schlicht zu teuer.

Nach Einschätzung von Dickow befinden sich inzwischen die Landwirte auf der „Roten Liste“. Kleine und mittlere Betriebe würden nicht unterstützt, obwohl es von der Politik immer wieder so heiße. Sein eigener Betrieb liege in einem Roten Gebiet, obwohl als höchster Nitratwert nur 27 mg/l gemessen worden seien. Zudem sei er für die Kooperation im Wasserschutz und das saubere Wasser gelobt worden. Viele Landwirten ergehe es ähnlich, weshalb sie klagten: „Ich verstehe das alles nicht mehr.“

Hinz verspricht verbesserte Messungen

Aus dem Besucherkreis der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen kam der Vorschlag, mit der Nitratisotop-Methode erst einmal genau festzustellen, inwieweit das Nitrat im Grundwasser denn wirklich von den Landwirten stamme beziehungsweise welcher Anteil davon. Messungen allein reichten nicht; die Verursacher müssten klar bestimmt werden, sonst hätten die auferlegten Maßnahmen keinen Sinn.

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz hatte zuvor betont, die Regierung halte in Sachen Nitratmessungen nichts zurück. „Wir geben alle Daten heraus“, so die Grünen-Politikerin zu den Vorwurf, es seien einseitige Daten nach Brüssel gemeldet worden. Sie versicherte, dass das Monitoring verbessert werde. Alle drei Jahre würden neue Ergebnisse erhoben und dann werde die Politik auch schnell reagieren.

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