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Afrikanische Schweinepest

ASP-Krise: Tote Wildschweine sind von Oderinsel verschwunden

Eine Rotte Wildschweine auf einer Wiese
am Montag, 19.10.2020 - 11:11 (5 Kommentare)

Die zahlreichen auf der Oderinsel Küstrin gefundenen „toten Wildschweine“ sind offenbar verschwunden.

Ein Verantwortlicher des Landkreises Märkisch-Oderland teilte Ende der vorigen Woche mit, dass bei weiteren Kontrollflügen über die Insel keine toten Wildschweine mehr gefunden werden konnten, berichtete die Märkische Oderzeitung (MOZ).

Daraufhin hat man die ursprünglichen Drohnen-Aufnahmen nochmals mit Wildbiologen ausgewertet und sei zu dem Schluss gekommen, dass entgegen der bisherigen Annahmen die Tiere möglichweise nur geschlafen hätten und nicht an ASP verendet gewesen seien. Auf den neuen Aufnahmen hätte man aber noch lebende Tiere auf der Insel gesehen, hieß es weiter.

Unklar ist allerdings, ob die verschwundenen Wildschweine trotzdem mit ASP infiziert sind. Hinzu kommt: Die Schweine sind verschwunden obwohl die Insel mit einem Elektrozaun abgeriegelt war.

Unklare Situation – Wildschweine auf der Oderinsel waren nicht tot

Schlafende Wildschweine liegen auf einem Waldboden mit Laub

Den Bau des Elektrozauns auf der Oderinsel hatten die Behörden Ende der vorigen Woche abgeschlossen. Die Schweine waren jedoch trotzdem verschwunden. Anfang dieser Woche wollen die zuständigen Behörden entscheiden, welche Maßnahmen als nächstes unternommen werden sollen.

Von einer „total veränderten Situation“ sprach Max-Georg von Korff, Vorsitzender des Seelower Kreisjagdverbandes, am vorigen Freitag gegenüber der Märkischen Oderzeitung (MOZ).

Kurz zuvor war aus der Landkreisverwaltung bestätigt worden, was zuvor bereits durchgesickert war: Die auf den Drohnenbildern in Gruppen zusammenliegenden Wildschweine auf der Oderinsel waren ganz offensichtlich nicht tot. Und die Wildschweine sind jetzt größtenteils verschwunden.

Knapp eine Woche zuvor hatte ein Sprecher des Landkreises gegenüber dem RBB gesagt, dass man mit Hilfe von Drohnen auf der Insel 17 tote und 30 erkrankte Wildschweine gefunden hätte. Weiter hieß es: “Die Hälfte ist schon tot und die andere Hälfte offensichtlich krank”.

Elektrozaun hat offenbar nichts genützt

Die regionalen Behörden hatte sich darauf verständigt, die Wildschweine zunächst einmal weiter mit Drohnenflügen zu beobachten. „Ein Eingreifen wäre zu gefährlich, weil erkrankte Tiere sehr aggressiv sind”. Zudem gilt die Insel als munitionsbelastet und dürfe deshalb nicht betreten werden, hatte der Sprecher des Landkreises gesagt.

Eine Bestätigung von ASP-Erkankungen der auf Küstrin beobachteten Schweine war deshalb ebenfalls nicht möglich. Ziel war es zunächst, die Tiere zu isolieren und eine weitere Verbreitung der Tierseuche zu verhindern, hieß es seitens der Behörden. Dafür wurde die Insel, die lediglich durch einen etwa 10 Meter breiten Wasserstreifen vom Ufer getrennt ist, mit einem doppelten Elektrozaun gesichert.

Außerdem sollten extra eingerichtete Futterstellen die Wildschweine auf der Insel festhalten. Der RBB berichtet außerdem, dass die Insel zeitweise von Jägern bewacht wurde, bis die Zaunanlage fertig gestellt war. Diese sollten diejenigen Wildschweine erlegen, die die Insel verlassen wollen.

Allerdings waren die Behörden davon ausgegangen, dass die mit ASP infizierten Schweinen auf der Insel verenden werden. Das war offensichtlich nicht der Fall.

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