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Afrikanische Schweinepest

ASP-Krise: Zahlreiche tote Wildschweine auf Oderinsel entdeckt

Ein totes Wildschwein mit blutiger Wunde am Hals liegt auf einem Waldboden
am Sonntag, 11.10.2020 - 00:13 (Jetzt kommentieren)

Auf einer Oderinsel bei Küstrin-Kiez in Märkisch-Oderland wurden am Samstag bis zu 30 kranke und teilweise schon tote Wildschweine entdeckt.

Untersuchungen der toten Wildschweine auf einen ASP-Verdacht sind derzeit aber noch nicht möglich, teilten die Behörden des Landkreises mit. Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Landkreis Märkisch-Oderland hatte im Kerngebiet an der polnischen Grenze am Samstagmorgen eine großangelegte Suche nach toten Wildschweinen begonnen.

300 Helfer auf der Suche nach erkrankten und toten Wildschweinen

"Wir suchen seit heute Morgen mit rund 300 Helfern zu Lande, zu Wasser und aus der Luft", sagte der Sprecher des Landkreises, Thomas Behrendt. Dabei wurde eine Rotte von 20 bis 30 toten und kranken Tieren auf der Oderinsel bei Küstrin-Kietz entdeckt worden. Diese seien auf Bildern einer Drohnenkamera zu sehen, sagte Behrendt am Nachmittag.

"Die Hälfte der Tiere ist schon tot und die andere Hälfte offensichtlich krank", sagte er. Die Wildscheine würden nun weiter mit Drohnenflügen beobachtet. "Ein Eingreifen wäre zu gefährlich, weil erkrankte Tiere sehr aggressiv sind". Zudem gilt die Oderinsel als munitionsbelastet und kann nicht betreten werden.

Bei der Suche am Samstag wurden aber noch weitere Wildschwein-Kadaver gefunden. Diese werden derzeit untersucht.

45 Quadratkilometer im Märkisch-Oderland werden durchsucht

Ein totes Wildschwein liegt auf dem Boden

Durchsucht wird ein rund 45 Quadratkilometer großes Gebiet bei Bleyen im Märksich-Oderland. Daran sind Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des Technischen Hilfswerkes, Polizisten, Jäger, Landwirte und Mitarbeiter der Kreisverwaltung beteiligt. Mit drei Booten seien auch Helfer auf der Oder unterwegs, berichtete Behrendt.

"So werden die Schilfgürtel untersucht, Wildschweine mögen es geschützt und feucht", erläuterte der Sprecher. Vier Drohnen, zum Teil mit Wärmekameras, werden eingesetzt, um Wildschweine etwa in Feldern aufzuspüren, die den Einsatzkräften gefährlich werden könnten. Die Jäger seien für den Schutz der Helfer und nicht für die Jagd auf Wildschweine im Einsatz, sagte Behrendt.

Deutsche Hausschweinbestände sind ASP-frei

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) wurden in Brandenburg bislang 55 Schweinepestfälle bestätigt. Zuletzt kamen zwei Fälle in Oder-Spree und Spree-Neiße hinzu. Die Tierseuche wird sehr leicht über Körperflüssigkeiten von Wildschwein zu Wildschwein übertragen. Für den Menschen ist die Krankheit jedoch ungefährlich. Bei Wild- und Hausschweinen führt sie aber meist zum Tod. Die Hausschweinbestände in Deutschland sind nach wie vor frei von Fällen.

Mit Material von RBB

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