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Bauern in der Öffentlichkeit

Bauern-Bashing: Französische und deutsche Bauern leiden am meisten

Protest
am Donnerstag, 02.07.2020 - 12:01 (Jetzt kommentieren)

Mehr als 30 Prozent der französischen und deutschen Landwirte fühlen sich aufgrund von öffentlichem „Bauern- Bashing“ demotiviert.

Schlepper mit Banner zeigt Portest der Bauern

Das ist das Ergebnis einer Umfrage den der Europäische Bauern- und Genossenschaftsverband (Copa-Cogeca) gemacht hat. Dort wurde gefragt, ob sich Landwirte in der Öffentlichkeit zu Unrecht an den Pranger gestellt fühlen. Außerdem ging es darum wie sich das auf ihre Motivation auswirkt, weiter in der Landwirtschaft zu arbeiten.

Dazu hat Copa-Cogeca im 1. Quartal dieses Jahres rund 2.500 Landwirte aus Frankreich, Deutschland, Italien und Ungarn befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die französischen und deutschen Landwirte sich von der Öffentlichkeit am stärksten kritisiert fühlen. Dagegen scheinen die Bauern in Italien und Ungarn weitaus weniger von öffentlicher Kritik betroffen zu sein.

Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland erklärten über 30 Prozent der Bauern, dass sich die öffentliche Kritik negativ auf ihre Motivation auswirke, weiter in der Landwirtschaft zu arbeiten.

Öffentliche Kritik in Frankreich am stärksten

Das Phänomen des „Bauern-Bashing“ wird in den Medien einiger EU-Mitgliedstaaten immer häufiger beobachtet, berichtet Copa-Cogeca. Die Definition von „Bauern-Bashing“ fällt dabei je nach Land sehr unterscheidlich aus. Ein Ziel der Befragung war es, herauszufinden, woher nach Meinung der Landwirte die unfaire Kritik kommt.

Also etwa aus von traditionellen Quellen – wie Zeitung, Funk, Fernsehen oder aus den sozialen Medien – und vor allem wie sich diese Kritik auf die Motivation, weiter in der Landwirtschaft zu arbeiten, ausgewirkt hat. Die Ergebnisse fielen je nach Land sehr unterschiedlich aus.

Französische Bauern sind danach am stärksten von der öffentlichen Kritik betroffen. Die franzöischen Landwirte berichteten von einer massiven Zunahme an kritischen Kommentaren über die Landwirtschaft in der Öffentlichkeit.

Immerhin 75 Prozent der französischen Bauern gaben an, dass ihre landwirtschaftlichen Praktiken kritisiert wurden. Knapp die Hälfte erklärte, dass die Anzahl kritischer Kommentare im ersten Quartal im Vergleich zu vorher dramatisch angestiegen sei.

Ein Drittel der deutschen Bauern sind demotiviert

Landwirt und Tierrechtler im Gespräch

In Deutschland waren 59 Prozent der befragten Bauern der Ansicht, dass ihre Praktiken öffentlich kritisiert werden. Dagegen spielt die öffentliche Kritik in Ungarn (38 Prozent) und Italien (12 Prozent) eine deutlich geringere Rolle für die Bauern.

Bei der Frage, ob Landwirte im Hinblick auf ihre landwirtschaftlichen Praktiken direkter Kritik ausgesetzt waren, stehen die französischen Bauern erneut am stärkten im Fokus. Bei unseren westlichen Nachbarn stimmten 26 Prozent dieser Aussage zu, in Deutschland waren es nur 14 Prozent und Ungarn 6 Prozent.

Obwohl die öffentliche Kritik in Italien im Vergleich am geringsten war, gaben immerhin 12 Prozent der italienischen Landwirte an, dass die vorhandene Kritik ihre Motivation, in der Landwirtschaft zu arbeiten, beeinträchtigt. In Frankreich wirkt sich die massive öffentliche Kritik sogar bei 31 Prozent der Bauern negativ auf die Motivation aus. In Deutschland lag dieser Anteil noch höher – nämlich bei 33 Prozent.

Mit Material von Europäischer Bauern- und Genossenschaftsverband (Copa-Cogeca)

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