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Stand 13. August 2018

Bauern dürfen bald Zwischenfrüchte auf Vorrangflächen verfüttern

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Josef Koch, agrarheute
am
13.08.2018

Entspannung bei der Futterknappheit. Bundesagrarministerin Julia Klöckner wird in Kürze Zwischenfrüchte auf Vorrangflächen für die Futternutzung freigeben. Eine Änderung der Verordnung ist in Vorbereitung.

Update 13. August 2018: Diese Woche Mittwoch wird das Bundeskabinett nach Angaben von Agrarministerin Julia Klöckner die Freigabe der Zwischenfrüchte auf ökologischen Vorrangflächen beschließen.

Wichtig: Diese Regelung gilt nur nach Antrag und nicht automatisch in allen Bundesländern und allen Landkreisen. So hat Rheinland-Pfalz beispielsweise die Landkreise Germersheim, Südliche Weinstraße und die kreisfreien Städte Landau und Neustadt ausgeschlossen. Informieren Sie sich bei Ihrer Länderdienststelle!

Zwischenfrüchte schon nach acht Wochen nutzen

aussaat von zwischenfrüchten

Angesichts der aktuellen, langanhaltenden Trockenheit hat das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Verordnungsänderung auf den Weg gebracht. Mit ihr können die Bundesländer den Landwirten die Futterversorgung ihrer Tiere erleichtern.

Die Verordnungsänderung sieht vor, dass die Länder in Gebieten mit ungünstigen Witterungsbedingungen in 2018 im Einzelfall auf Antrag einen Zeitraum von acht Wochen festlegen können, in dem die ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) mit Zwischenfruchtmischungen bestellt sein müssen. Seit Montag befindet sich die Verordnungsänderung in der Länder- und Ressortabstimmung.

Normalerweise gilt ein Zeitraum von 1. Oktober bis 31. Dezember, in dem Zwischenfrüchte auf ökologischen Vorrangflächen verbleiben müssen. Nach dem Ablauf der Frist sollen betroffene Landwirte den Aufwuchs uneingeschränkt für Futterzwecke nutzen können. Der Acht-Wochen-Zeitraum beginnt am Tag nach der Aussaat der letzten ÖVF-Zwischenfrucht durch den Betriebsinhaber.

Aussaat dokumentieren

Laut Agrarressort können Landwirte Zwischenfruchtmischungen auf den ökologischen Vorrangflächen bereits jetzt aussäen, sollten die Witterungsbedingungen dies zulassen. Eine Nutzung für Futterzwecke wäre dann nach Inkrafttreten der Verordnung und Ablauf des festgelegten betriebsindividuellen Zeitraums von acht Wochen bei Vorliegen einer Genehmigung bereits ab Ende September möglich.

Tipp: Landwirte, die interessiert seien, diese geplante Möglichkeit zu nutzen, sollten daher vorsorglich die Aussaat sowie bereits erfolgte Aussaaten auf ihren Flächen mit ÖVF-Zwischenfruchtmischungen in geeigneter Weise dokumentieren, zum Beispiel durch Fotos mit automatischer Ort- und Datumsangabe, empfiehlt das Ministerium.

In einer aktuellen agrarheute-Umfrage können Sie sehen, wie groß die Futternot der Tierhalter ist und wie sie darauf reagieren.

Mit Material von AgE

Klöckner: "Pragmatische Entscheidung"

Julia Klöckner

„Tiere brauchen jeden Tag Futter. Daher habe ich einen Verordnungsentwurf auf den Weg gebracht, der es den Bauern erlaubt, auch ökologische Vorrangflächen zum Anbau von Zwischenfruchtmischungen für Futterzwecke zu nutzen“, erläuterte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Da der zweite und dritte Grasschnitt aufgrund der Dürre weggefallen sei, fehle es an Viehfutter. Schon jetzt müssten einige Landwirte auf das für den Winter eingelagerte Futter zurückgreifen. „Deshalb will ich kurzfristig mit pragmatischen Entscheidungen helfen, um zusätzliche Flächen für Futterzwecke nutzen zu können“, betonte Klöckner

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