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Ökolandbau

Bayern: Kein Geld für vielfältige Fruchtfolge auf Ökoflächen

am Montag, 17.02.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Bayern will die Ökofläche in zehn Jahren auf 30 Prozent steigern. Doch etlichen Bauern bekommen nun keine Förderung für vielfältige Fruchtfolgen mehr.

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570 Biobauern bekommen im bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) kein Geld mehr für vielfältige Fruchtfolgen. Der Freistaat hat diese Kombinationsmöglichkeiten (B44/B45/B46) mit dem ökologischen Landbau (B10) ab diesem Jahr komplett gestrichen. Betroffen sind Landwirte, deren fünfjähriger Verpflichtungszeitraum im vergangenen Jahr ausgelaufen ist. Sie können diese Maßnahme nun nicht mehr verlängern. Konventionelle Betriebe können dagegen die Fruchtfolgemaßnahmen weiterhin beantragen. Die Antragsfrist endet am 28. Februar.

Nach agrarheute-Informationen traf der Wegfall der Fördermaßnahme die betroffenen Bauern teilweise überraschend. Etliche können diese Maßnahme nicht verstehen, wo doch Agrarministerin Michaela Kaniber für den Ausbau des Ökolandbaus werbe.

Im Schnitt 3.500 Euro je Hektar weniger

Zudem scheinen auch nicht alle Ämter für Landwirtschaft zumindest bis Anfang des Jahres richtig informiert gewesen zu sein. Teilweise hätten Ökobauern damals von manchem Amt für Landwirtschaft die Auskunft bekommen, dass die bisherigen Fruchtfolgemaßnahmen mit vielfältigen Kulturen mit der Maßnahme „Ökologischer Landbau“ kombinierbar seien, berichten Naturlandberater. So mancher Ökobauer muss nun seine Fruchtfolgeplanung umstellen. Teilweise hatten die Landwirte schon das Saatgut bestellt.

Je nach Maßnahme bekamen die betroffenen Landwirte bisher 50 bzw. 80 Euro je Hektar, so ein Sprecher des Ministeriums. Insgesamt belaufe sich der an die 570 Betriebe in den letzten fünf Jahren jährlich gezahlte „Fruchtfolgeaufschlag“ auf rund zwei Millionen Euro. Im Schnitt bekommen diese Betriebe nun rund 3.500 Euro pro Jahr weniger Unterstützung.

Neubeantragungen schon seit drei Jahren nicht mehr möglich

Allerdings hatte Bayern bereits seit 2017 diese Kombinationsmöglichkeiten für Ökobauern gestrichen. Auf agrarheute-Anfrage teilt das Agrarministerium mit, dass es nach EU-Recht zu keiner Überkompensation bei den Prämien kommen dürfe. „Das gilt auch für Kombinationen von Maßnahmen. Ökobetriebe haben zum Beispiel systembedingt eine vielfältigere Fruchtfolge. Sie darf nicht zusätzlich in einer weiteren Agrarumweltmaßnahme bezahlt werden.“

Zudem habe sich Bayern durch die Annahme des Volksbegehrens verpflichtet, nicht nur mehr Ökolandbau, sondern generell mehr Biodiversität und Insektennahrung in die Feldflur zu bringen. „Dazu brauchen wir zwingend auch die Beteiligung der konventionellen Betriebe an diesen neu konzipierten Maßnahmen,“ heißt es in einer Stellungnahme des Ministeriums.

KULAP: Ein Drittel für Ökobetriebe

Bayern fördere den ökologischen Landbau in den Jahren der Umstellung mit 350 Euro, danach mit 273 Euro je Hektar Betriebsfläche. Zusätzlich erhalten diese Betriebe einen Kontrollkostenzuschuss von 35 Euro je Hektar, den konventionelle Landwirte bekommen.

Laut Ministerium fließen bereits heute über 100 Millionen Euro aus dem KULAP an Ökobetriebe. Insgesamt umfasst das Umweltprogramm ein Volumen von 300 Mio. Euro pro Jahr.

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