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Tiertransporte

Bayern: Veterinäre dürfen umstrittene Zuchtviehexporte nicht stoppen

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Josef Koch, agrarheute
am
10.05.2019

Sind Vorzeugnisse in Ordnung, können bayerische Veterinäre Zuchtviehexporte in umstrittene Regionen nicht verhindern. Das besagt ein Eilentscheid des Verwaltungsgerichts München.

Zuchtrinder beim Verladen

Bayerische Veterinäre müssen die Bescheinigungen für den Export von Zuchttieren ausstellen, selbst wenn Gefahr besteht, dass am Zielort Tierschutzstandards nicht eingehalten werden.

Das geht aus einer Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts München hervor. Geklagt hatten in Bayern der Zuchtverband Mühldorf, der die Tiere für den Export zu Sammelstellen nach Nord- und Ostdeutschland verbringen wollten, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Damit müssen die Amtsveterinäre in den Landkreisen Altötting und Ebersberg die entsprechenden Vorzeugnisse für 38 Rinder ausstellen, die nach Usbekistan geliefert werden sollen.

Laut Süddeutscher Zeitung haben die Richter entschieden, dass die Vorzeugnisse nur die Angaben für Transporte innerhalb der EU enthalten müssen. Also zum Beispiel, dass in den Herden, aus denen sie stammen, kein Tier an Maul- und Klauenseuche oder TBC leidet. Weitergehende Angaben über die Gesundheit der Herden, wie sie viele Drittstaaten für den Import einfordern, müssen die Amtsveterinäre laut Gericht nicht machen. Selbst wenn die Exporteure noch so massiv darauf drängen.

Das sei ein Fortschritt, sagte Josef Schmid, Leiter des Veterinäramts am Landratsamt Traunstein und Chef des Verbands der beamteten Tierärzte in Bayern gegenüber der SZ. "Damit werden die Exporte deutlich erschwert."

Für Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber ist die Eilentscheidung ein neuer Beweis, dass man schnell eine bundesweite Lösung benötige.

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